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ZuMo

Kommunikations- und Zustrommanagement zur Reduktion von Nachfragespitzen unterschiedlicher Nutzer:Innengruppen

Programm / Ausschreibung Mobilitätssystem, Mobilitätssystem, Städte & Digitalisierung Ausschreibung 2022 Status laufend
Projektstart 01.10.2023 Projektende 31.01.2026
Zeitraum 2023 - 2026 Projektlaufzeit 28 Monate
Keywords Zustrommanagement Nachfragespitzen ÖV Steuerung

Projektbeschreibung

Unterschiedliche Ereignisse (Wettereinfluss auf Touristen, Großveranstaltungen, Pendelverkehr) führen immer wieder zu Überlastungen im Verkehrssystem und überfüllten Parkplätzen. Es gibt viele einzelne Komponenten, die dazu beitragen können, diese Nachfragespitzen besser vermeiden zu können und damit den Zustrom zu unterschiedlichen Ereignissen und Räumen nachhaltiger und umweltfreundlicher gestalten zu können.
Durch gezielte Auswahl komplementärer Use-Cases im Raum Klagenfurt, bei denen es zu verstärkten Nachfragespitzen kommt – mit jeweils unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Charakteristik – werden die Potenziale und Wirkungen unterschiedlicher Informations- und Kommunikationskanäle evaluiert. Dadurch wird es ermöglicht eine klare und nutzer:innenspezifische Kommunikationsplanung für verschiedene Treiber von Nachfragespitzen auf unterschiedlichen Ebenen (strategisch, taktisch und operativ) zu erstellen und dadurch Feedback der einzelnen Nutzer:innen ins System zurückzuführen.
Das Hauptresultat von ZuMo ist die Konzeptionierung eines beispielgebenden, übertragbaren und skalierbaren Leitfadens für die Anwendung und Kommunikation von klima- und umweltfreundlichen Lenkungsmaßnahmen zur Vermeidung von Nachfragespitzen in künftigen Forschungs- und Umsetzungsprojekten.

Abstract

Different events (weather impact on tourists, major events, commuter traffic) increasingly lead to congestion in transportation systems and overcrowded parking lots at venues. Many individual components exist that can help to avoid these demand peaks and thus make the inflow to different events and urban spaces more sustainable and environmentally friendly.
Complementary use cases in the Klagenfurt area with increased demand peaks - each with different spatial and temporal characteristics – were selected, and the potentials and effects of information and communication strategies are evaluated. This enables clear and user-specific communication planning to avoid and reduce demand peaks on different levels (strategic, tactical and operational).
The main outcome of ZuMo is the conceptualization of an exemplary, transferable and scalable guideline for the application and communication of climate and environmentally friendly measures to avoid and reduce demand peaks in future research and implementation projects.

Endberichtkurzfassung

Im Projekt ZuMo wurde ein übertragbares und skalierbares Konzept zur Kommunikationsplanung für das Zustrommanagement bei Nachfragespitzen entwickelt und in drei Use Cases (Stadion/Cupfinale, Schlechtwetter-Tourismus, Strandbad) erfolgreich getestet. Ziel war es, durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen und datenbasierte Steuerung Verkehrsströme nachhaltiger zu gestalten und die Nutzung umweltfreundlicher Mobilitätsformen zu fördern.

Die Ergebnisse aus den Use Cases zeigen, dass Kommunikationsmaßnahmen einen wesentlichen Einfluss auf Mobilitätsentscheidungen haben. Besonders entscheidend sind der Zeitpunkt der Informationsbereitstellung, die Wahl geeigneter Kommunikationskanäle sowie die konkrete und handlungsorientierte Aufbereitung der Inhalte. Während im Veranstaltungsverkehr frühzeitige Kommunikation besonders wirksam ist, können im Freizeit- und Tourismuskontext auch kurzfristige Maßnahmen gezielt Verhaltensänderungen auslösen.

In der praktischen Erprobung konnte gezeigt werden, dass die Kombination aus Kommunikationsmaßnahmen und ergänzenden Steuerungsinstrumenten eine Verlagerung hin zu nachhaltigeren Verkehrsmitteln unterstützt. Insbesondere die gezielte Information über Alternativen, Auslastungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten erwies sich als wirksam für die Beeinflussung von Mobilitätsentscheidungen.

Ergänzend wurden in den Use Cases datenbasierte Ansätze zur Verkehrssteuerung entwickelt und im Realbetrieb getestet, darunter Systeme zur Erfassung und Prognose von Auslastungen sowie zur dynamischen Bereitstellung von Verkehrsinformationen. Diese ermöglichen eine situationsabhängige und vorausschauende Zustromlenkung.

Ein weiterer zentraler Beitrag liegt in der systematischen Aufarbeitung der rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen. Insbesondere Anforderungen in den Bereichen Datenschutz, Verkehrsrecht und digitale Informationssysteme wurden analysiert und in praxisorientierte Handlungsempfehlungen überführt, wodurch die Umsetzung vergleichbarer Maßnahmen rechtlich abgesichert wird.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem praxisorientierten Leitfaden sowie ergänzenden Fact Sheets und Handlungsempfehlungen zusammengeführt.

Insgesamt zeigt das Projekt, dass eine integrierte Kombination aus Kommunikation, Datenanalyse, rechtlicher Einordnung und operativen Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zur nachhaltigen Verkehrssteuerung leisten kann.