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SicherMobil

Möglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung nachhaltiger Mobilitätsformen durch Verbesserung der Sicherheit

Programm / Ausschreibung Mobilität der Zukunft, Mobilität der Zukunft, MdZ - 9. Ausschreibung (2017) FFT&PM Status abgeschlossen
Projektstart 01.05.2018 Projektende 31.07.2019
Zeitraum 2018 - 2019 Projektlaufzeit 15 Monate
Keywords Sicherheit; Mobilität; Öffentlicher Raum

Projektbeschreibung

Problemstellung: Objektiv betrachtet bergen aktive und nachhaltige Mobilitätsformen im Vergleich zur Automobilität geringere Sicherheitsrisiken. In der subjektiven Wahrnehmung führen jedoch unterschiedlich ausgeprägte Ängste dazu, dass verschiedene Formen der aktiven und nachhaltigen (Multi)Mobilität nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden.
Dieses Unsicherheitsgefühl in unterschiedlichen Situationen (z.B. zu Fuß gehen am Abend oder in der Nacht, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Tagesrandzeiten etc.) führt dazu, dass häufig Wege mit dem Pkw oder dem Taxi zurückgelegt werden, welche subjektiv ein entsprechend höheres Sicherheitsgefühl vermitteln, anstatt Wege multimodal unter Nutzung aktiver und nachhaltiger Mobilitätsformen zu beschreiten.
Ziel des Sondierungsprojektes SicherMobil ist in einem ersten Schritt schlüssig die Fragen zu beantworten, i) ob und in welcher konkreten Form unter Nutzung moderner mobiler Kommunikationstechnologien dem Unsicherheitsgefühl entgegen gewirkt werden kann bzw. ii) wie entsprechende Technologien konkret helfen können, vorhandene Unsicherheitshotspots in der Planung gar nicht erst entstehen zu lassen bzw. vorhandene nachhaltig zu eliminieren, um eine Attraktivitätssteigerung im Bereich multimodaler und nachhaltig ausgerichteter Mobilitätsketten zu erwirken. Es gilt ein System zu konzipieren welches beiträgt, jene Barrieren abzubauen, die unter entsprechenden Ängsten oder Unbehagen leidenden Personen den Zugang zur Mobilität erschweren oder verwehren.
Methode: Im Projekt SicherMobil werden eingangs jene Personengruppen, für die die empfundene Unsicherheit ein besonderes Mobilitätshemmnis darstellt und deren konkrete Ängste identifiziert, wobei auf ein umfangreiches Konsortiums-Know-how zurückgegriffen werden kann. In weiterer Folge werden alle bekannten Systeme, die zur Steigerung der Sicherheit bzw. des Sicherheitsempfindens beitragen sollen, tiefgehend analysiert und aktuell noch nicht bekannte Systeme identifiziert. Dabei wird auch der Kontakt zu Betreibern gesucht um von deren Erfahrungen zu lernen bzw. konkrete Anknüpfungspunkte und Schnittstellen zu verifizieren.
Aufgrund der Komplexität und Sensibilität der Thematik werden als Kern des Projektes zur tiefgehenden Erarbeitung von für alle Beteiligten akzeptable und effektive Lösungen mehrere Vernetzungsworkshops durchgeführt um Vertreter von Sicherheitsorganen, öffentlichen Körperschaften, der Politik, Planungsabteilungen, (Sicherheits- und IT-)ExpertInnen und Betroffene an einen Tisch zu holen und die konkreten Anforderungen an ein Sicherheitstool zu definieren. Ziel dieser Vernetzungsworkshops ist es nicht nur, wertvolles Know-how zu generieren, sondern auch ein Verständnis für die wechselseitigen Anforderungen aufzubauen. Im Konsortium sind wissenschaftliche ExpertInnen aus den Bereichen der Mobilität, der Sozialwissenschaften und Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Mediation vertreten, welche die Workshops begleiten werden.
Aus all den im Rahmen der Vernetzungsworkshops gewonnen Erkenntnissen wird konsortiumsintern ein konkretes System konzipiert, welches unter Nutzung mobiler Kommunikationstechnologien a) eine Art "Begleitservice" für aktiv mobile Menschen in Situationen empfundener Unsicherheit darstellt, b) für den Notfall eine Abschreckungsfunktion bietet und im Ereignisfall unmittelbar Hilfe organisieren kann und c) für alltägliche Einsätze konkret Unsicherheitshotspots (teilweise automatisiert) detektieren und die zugehörigen Informationen automatisiert den relevanten Stellen (Planung, Exekutive etc.) zur Verfügung stellen kann. Abschließend wird das konzipierte System hinsichtlich NutzerInnenakzeptanz und konkretem Mehrwert für die Steigerung der Sicherheitslage im Rahmen der nachhaltigen Mobilitätsformen und deren Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten evaluiert und konkrete weitere Umsetzungsschritte festgelegt.
Ergebnis und Mehrwert von SicherMobil ist ein Umsetzungskatalog, in dem klar definiert wird, welche Maßnahmen zur Verbesserung der (empfundenen) Sicherheit sinnvoll umzusetzen sind und in welchen Bereichen noch konkreter weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht, um für alle Beteiligten tragbare, sinnvolle und effektive Maßnahmen zu entwickeln.

Abstract

Problem: Active and sustainable forms of mobility have lower safety risks compared to cars. In the subjective perception, however, differentiated fears lead to the fact that different forms of active and sustainable (multi) mobility are not used to a limited extent. This feeling of insecurity in different situations (eg walk in the evening or at night, use of public transport in daylight times etc.) leads to the fact that paths are frequently traveled by car or taxi, which subjectively convey a correspondingly higher sense of safety rather than ways multimodally through the use of active and sustainable forms of mobility.
The aim of the exploratory project SicherMobil is to answer the following questions: (i) whether and in which concrete form the uncertainty feeling can be counteracted by using modern mobile communication technologies, or (ii) how appropriate technologies can help in concrete planning of unsafe hotspots not to let it arise or to permanently eliminate existing ones in order to achieve an increase in attractiveness in the area of multimodal and sustainably oriented mobility chains. It is necessary to design a system which helps to remove those barriers which hinder or hinder access to mobility under appropriate fears or incidents.
Method: The SafeMobil project initially identifies those groups of persons for whom the perceived uncertainty is a particular obstacle to mobility and identifies their concrete fears, whereby extensive consortium know-how can be used. Subsequently, all known systems which are to contribute to the enhancement of the safety or security sense are thoroughly analyzed and systems which are not known at the present time are identified. In doing so, the contact with operators is also sought in order to learn from their experiences or to verify concrete connecting points and interfaces.
Due to the complexity and sensitivity of the topic, several networking workshops are organized as a core of the project for the deepening elaboration of solutions that are acceptable to all parties involved, including representatives of security agencies, public authorities, politics, planning departments, security and IT experts and stakeholders and to define the specific requirements for a security tool. The aim of these networking workshops is not only to generate valuable know-how, but also to build an understanding of the changing requirements. The consortium will present scientific experts from the areas of mobility, social sciences, information and communication technologies as well as mediation, which will accompany the workshops.
From all the findings gained within the framework of the networking workshops, a concurrent system is conceived, which, using mobile communication technologies, a) provides a kind of "accompaniment service" for active mobile people in situations of perceived uncertainty, b) provides a quenching function in the event of an emergency and (c) to detect uncertainty hotspots (partly automated) for everyday operations, and to automatically provide the relevant information to the relevant authorities (planning, executive, etc.). Finally, the designed system is evaluated with regard to user acceptance and concrete added value for the enhancement of the security situation within the framework of sustainable mobility forms and their effects on the mobility behavior and concrete further implementation steps are defined.
The result and value added by SicherMobil is a catalog of implementation, which clearly defines which measures to improve the (perceived) safety are to be implemented and in which areas further concrete research and development needs are needed to ensure a sustainable, sensible and effective action for all parties involved.