Demenz in Bewegung

Demenz in Bewegung. Studie und Handlungsempfehlungen für demenzfreundliches Unterwegssein im öffentlichen Verkehrssystem

Programm / Ausschreibung Mobilität der Zukunft, Mobilität der Zukunft, MdZ - 6. Ausschreibung (2015) Status abgeschlossen
Projektstart 01.09.2016 Projektende 30.06.2019
Zeitraum 2016 - 2019 Projektlaufzeit 34 Monate
Keywords Menschen mit Demenz, außerhäusliche Mobilität, Partizipative Grundlagenstudie, Usability Study, Öffentlicher Verkehr, Soziales Umfeld

Projektbeschreibung

Ausgangssituation und Motivation
Aktuell leben in Österreich rund 130.000 Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen. Der Großteil der betroffenen Personen (80%) lebt zu Hause. Bei Personen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen kommt es zu einem fortschreitenden Prozess des Rückzugs aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, welcher mit einer Reduktion ihrer außerhäuslichen Mobilität einhergeht. Diese ist jedoch zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen.
Grundlagenwissen zu außerhäuslicher Mobilität von Menschen mit Demenz im großstädtischen Bereich in Österreich fehlt. Die Verbindung von technischen Lösungen mit der Erfassung der emotional-sozialen Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen sowie Usability Studies für technische Unterstützungssysteme für Menschen mit Demenz hat bisher noch nicht stattgefunden. Sowohl bei Planungswissenschaften als auch BetreiberInnenorganisationen des öffentlichen Verkehrs besteht daher hoher Bedarf an Bewusstseinsbildung, Wissensgenerierung und Ansätzen für konkrete, Orientierung stiftender Gestaltungsmaßnahmen.
Ziele und Innovationsgehalt
In einer Zusammenarbeit zwischen IFF – Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik, Universität Klagenfurt, Wien, Graz, dem Büro für nachhaltige Kompetenz, Wien, Caritas Socialis, Wien und den Wiener Linien verfolgen wir vor diesem Hintergrund folgende Ziele:
• Alltagsgeschichten zur außerhäuslichen Mobilität von körperlich mobilen Menschen mit Demenz durch partizipatives, qualitatives Forschen mit der heterogenen Gruppe der „Menschen mit Demenz“ und ihren An- und Zugehörigen erforschen.
• Userzentrierte Usability Studies mit bestehenden Technologien im Bereich der Verkehrsinformation bzw. informationsbasierten Technologien für die Zielgruppe „Menschen mit Demenz“ mit Fokus auf öffentliche Verkehrsmittel durchführen.
• Handlungsempfehlungen auf Basis der zweiteiligen Grundlagenstudie (Alltagsgeschichten & Usability Study) für die Anwendung und Nutzung der Erkenntnisse für relevante Stakeholder verfassen.
Methoden und Angestrebte Erkenntnisse
Mittels Fallstudien, im Rahmen derer narrative Interviews, Fokusgruppen und teilnehmende Beobachtungen erfolgen, soll der Bewegungs-Alltag von Menschen mit Demenz in „demenzfreundlichen Bezirken“ (3. und 23. Bezirk) erforscht werden. Bereits auf dem Markt verfügbare technische Unterstützungsinstrumente sollen darauf aufbauend im Rahmen von „Usability Studies“ mit Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft werden. Unter Einbezug der Projektumwelten werden schließlich Handlungsempfehlungen für eine demenzfreundliche verkehr- und raumplanerische Praxis sowie eine Informationsbroschüre für Personen- und Berufsgruppen im alltäglichen Umfeld von Menschen mit Demenz entwickelt.

Abstract

Background and Motivation
Around 130,000 people with dementia are currently living in Austria. Most people with dementia (80%) remain living at home for as long as possible after being diagnosed. Persons with dementia and their relatives undergo a progressive process of withdrawing from various social activities, which is accompanied by a reduction of their mobility in public space. However, mobility is a core factor influencing social participation of people with dementia.
Little is known of how people with dementia experience accessibility in public space in the metropolitan area in Austria. While a number of technical support systems have been developed, usability studies in collaboration with people with dementia are missing yet. Therefore there is an urgent need to learn more about mobility of people with dementia and the use of technical support systems. Planning sciences as well as operators of public transport organizations can benefit from the generation of knowledge and awareness-raising approaches to develop dementia friendly socio-technical systems.
Aims and Innovation
In collaboration between IFF - Institute for Palliative Care and Organizational Ethics, University of Klagenfurt, Vienna, Graz, the Office for Sustainable Competence, Vienna, Caritas Socialis, Vienna and Wiener Linien we want to pursue the following aims and issues in this context.
• Everyday life experiences of mobility in public space of people with dementia who are still mobile will be studied to find out what promotes or hinders the mobility in public areas with a focus on social environment and public transport.
• Client-centered usability studies with already existing technical support systems focusing on public transport are conducted in collaboration with people with dementia and their relatives to find out usability requirements for this equipment.
• Based on these insights recommendations will be formulated for relevant stakeholders of the social environment (for example, clubs, shops,), the planning of public space (for example, equipment, orientation) and transport systems (esp. public transport).
Methods and Expected Findings
Based on a qualitative case study approach, the research project will use narrative interviews, focus groups and participant observation. Everyday experiences of mobility in public space of people with dementia living in "dementia friendly“ districts (3rd and 23rd district) will be explored. Already available technical support systems will be part of a "usability study" with people with dementia and their relatives. Recommendations for a dementia-friendly traffic and planning practice are developed in collaboration with relevant stakeholders as well as an information brochure for persons who meet people with dementia in their daily social environment.