F.I.M:CONNECT
flexibel.inklusiv.mobil - Schnittstellen und Rahmenbedingungen barrierefreier, community-basierter Mobilität
| Programm / Ausschreibung | MW 24/26, MW 24/26, Mobilitätswende 2025/2 - Mobilitätssystem | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 04.05.2026 | Projektende | 03.07.2028 |
| Zeitraum | 2026 - 2028 | Projektlaufzeit | 27 Monate |
| Projektförderung | € 137.467 | ||
| Keywords | Barrierefreie Mobilität, Bedarfsverkehr, Community-basierte Mobilitätsdienste, | ||
Projektbeschreibung
Flexible Mobilitätsangebote wie Bedarfssysteme und Sharingangebote gelten als wichtiger Baustein, um Erreichbarkeit im ländlichen Raum zu sichern und Alltags- sowie Teilhabemobilität zu ermöglichen. Für viele Personen sind diese Angebote jedoch nicht verlässlich nutzbar – insbesondere dann nicht, wenn kein Führerschein vorliegt, Unterstützung beim Einsteigen erforderlich ist oder in Randzeiten (Abend/Wochenende) spontane Verfügbarkeit entscheidend wird. Gerade freiwilligenbasierte Ansätze können hier neue Möglichkeiten eröffnen, weil sie Flexibilität und lokale Verankerung bieten. In der Praxis scheitert eine Umsetzung jedoch häufig an fehlender Verbindlichkeit, unklaren Rollen und Zuständigkeiten sowie rechtlichen Unsicherheiten – etwa rund um Haftung, Versicherung, Datenschutz, Qualitätssicherung und Abgrenzungen zu bestehenden Beförderungslogiken.
Erkenntnisse aus dem vorangegangenen Projekt F.I.M. – flexibel.inklusiv.mobil haben gezeigt, dass community-basierte Mobilitätsansätze grundsätzlich auf hohe Akzeptanz stoßen und großes Potenzial entfalten können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass tragfähige organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen bislang nicht ausreichend definiert sind und zahlreiche Umsetzungsvarianten nebeneinanderstehen, ohne systematisch bewertet oder klar abgegrenzt zu sein. Insbesondere die nachhaltige Verankerung auf lokaler Ebene – also dort, wo soziale Netzwerke, Engagementstrukturen und konkrete Bedarfslagen zusammentreffen – erweist sich als entscheidender Erfolgsfaktor, der bislang konzeptionell unzureichend ausgearbeitet ist.
Das Projekt setzt genau an dieser Lücke an. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Prüfung konzeptioneller System-, Betriebs- und Governance-Bausteine, nicht der Aufbau eines öffentlichen Angebots. Ziel ist es, belastbare Entscheidungs- und Gestaltungsgrundlagen zu erarbeiten, unter welchen organisatorischen und rechtlichen Bedingungen community-basierte, barrierefreie Mobilität grundsätzlich verantwortbar erscheint – und wo Grenzen liegen.
Dazu werden zunächst bestehende Ansätze systematisch ausgewertet, der Forschungsgegenstand klar abgegrenzt und Mindeststandards sowie Rahmenbedingungen für barrierefreie Mobilität mit freiwilligenbasierten Elementen abgeleitet. Parallel wird eine barrierefreie Forschungsressource spezifiziert und als einheitliche Grundlage für spätere Untersuchungen mit einem standardisierten Einweisungs- und Sicherheitskonzept vorbereitet. Aufbauend darauf werden entlang definierter Use-Case-Szenarien (z. B. Alltagswege, Gesundheits-/Care-Wege inkl. Tageszentren, ÖV-Anschluss/Umsteigen, Randzeiten/Abend, Sharing-/Mehrstopp-Wege und standortbezogene Mobilitätsknoten) Prozess- und Rollenlogiken konzipiert. Zentrale Annahmen zum Zusammenspiel von Nutzer:innen, Mitwirkenden, Abläufen und Unterstützungs-/Sicherheitslogik werden anschließend in zeitlich und räumlich klar abgegrenzten, kontrollierten Forschungssituationen analysiert.
Als Ergebnis liefert das Projekt übertragbare Mindeststandards und Anforderungskataloge, eine strukturierte Aufarbeitung rechtlich-organisatorischer Rahmenbedingungen sowie dokumentierte Erkenntnisse zu Tragfähigkeit, Grenzen und Risiken verschiedener Szenarien. Damit entsteht eine belastbare Wissensbasis, auf der Bedarfsträger (Gemeinden/Regionen) und relevante Akteur:innen in nachfolgenden Entwicklungs-, Demonstrations- oder Umsetzungsprojekten aufbauen und die Bausteine unter Realbetriebsbedingungen weiter validieren können.
Abstract
Flexible mobility services such as on-demand transport and shared mobility are widely recognised as key instruments for ensuring accessibility in rural areas and enabling everyday and participation-related mobility. However, these services are not reliably accessible for many individuals – particularly for those without a driving licence, those requiring assistance, or when when availability in the evening or outside regular operating hours becomes essential. Community-based approaches may offer new opportunities, as they combine flexibility with local networks. In practice, however, implementation frequently fails due to limited reliability, unclear roles and responsibilities as well as legal uncertainties, especially regarding liability, insurance, data protection, quality assurance and regulatory boundaries within passenger transport systems.
Findings from the previous FFG project F.I.M. – flexibel.inklusiv.mobil demonstrated strong acceptance and significant potential of community-based mobility approaches. At the same time, it became evident that robust organisational and legal frameworks remain insufficiently defined and that multiple implementation variants coexist without systematic evaluation or clear differentation. In particular, sustainable local embedding – where social networks, civic engagement structures and concrete mobility needs intersect – has proven to be a decisive success factor that remains conceptually underdeveloped.
The present project addresses this gap. Its core objective is the development and systematic examination of conceptual system, operational and governance components, rather than the establishment of a public service. The aim is to generate evidence-based decision and design foundations clarifying under which organisational and legal conditions community-based, barrier-free mobility may be considered feasible and responsible and where structural limits lie.
The project begins with a systematic analysis of existing approaches and a clear delineation of the research scope, followed by the derivation of minimum standards and framework conditions for barrier-free mobility with volunteer-based elements. In parallel, an accessible research vehicle is specified as a standardized research resource, including defined safety and briefing protocols. Based on this foundation, structured process and role logics are developed along defined use-case scenarios (e.g. everyday trips, health and care-related travel including day centres, public transport connections, off-peak mobility, multi-stop shared trips and mobility-hubs). Core assumptions regarding the interaction between users, volunteers, operational processes and safety/assistance logics are subsequently analysed in temporally and spatially clearly delimited, controlled research settings.
The project delivers transferable minimum standards and requirement catalogues, a structured analysis of legal and organisational frameworks and documented findings regarding feasibility, limitations and risks across different scenarios. This creates in a solid knowledge base upon which public authorities (municipalities/regions) and relevant stakeholders can build in subsequent development, demonstration or implementation projects, enabling further validation under real operating conditions.