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OK & Strafvollzug

Umgang mit Mitgliedern krimineller Organisationen im Rahmen der Inhaftierung im österreichischen Strafvollzug

Programm / Ausschreibung KIRAS, F&E-Dienstleistungen, KIRAS F&E-Dienstleistungen (FED) 2024 Status laufend
Projektstart 01.12.2025 Projektende 31.05.2027
Zeitraum 2025 - 2027 Projektlaufzeit 18 Monate
Keywords Organisierte Kriminalität, Strafvollzug, Kriminelle Organisation, Haftbedingung, Strafvollzugsrecht, internationales Strafvollzugsrecht

Projektbeschreibung

Das Projekt untersucht die Herausforderungen im Umgang mit Mitgliedern von kriminellen Organisationen im österreichischen Strafvollzug. Ziel ist es, die Vollzugsbehörden durch die gewonnenen Erkenntnisse dabei zu unterstützen, einerseits ein höchstmögliches Maß an Sicherheit für Bedienstete und Inhaftierte sicherzustellen, andererseits die Möglichkeiten einer Resozialisierung auch für Angehörige krimineller Organisationen bestmöglich zu gestalten. Das Projekt umfasst einerseits eine umfassende, ganzheitliche rechtliche Analyse des Status Quo, sowie die Identifikation eventueller Wissenslücken und Verbesserungspotenziale. Hierfür werden nationale wie internationale rechtliche Vorgaben und Judikate, einschlägige wissenschaftliche Literatur sowie offizielle Berichte und Daten umfassend gesammelt, gesichtet und analysiert. Andererseits nimmt das Projekt die praktische Seite des Umgangs mit Mitgliedern krimineller Organisationen im Strafvollzug in den Blick. Basierend auf einer umfangreichen Recherche nationaler und internationaler empirischer Studien und Literatur zu diesem Thema wird eine eigene qualitative Untersuchung zur Situation in Österreich durchgeführt. Hierfür werden Vertreter*innen verschiedener Berufsgruppen, die aufgrund unterschiedlicher Aufgaben und Verantwortungsbereiche verschiedene Blickwinkel auf diese Fragestellung einbringen, in leitfadengestützten Interviews befragt, die im Anschluss transkribiert und ausgewertet werden. In weiterer Folge werden die Ergebnisse in einer interdisziplinär besetzten Gruppendiskussion reflektiert und vertieft. Sämtliche gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend zusammengeführt und gemeinsam analysiert. Darauf aufbauend werden die österreichische Situation betreffende Schlussfolgerungen und Empfehlungen formuliert. Sämtliche Erkenntnisse fließen schließlich in die Konzeption von Leitfäden ein, die sich an unterschiedliche im Vollzug tätige Berufsgruppen richten und eine praxisnahe, alltagstaugliche Umsetzung der entsprechenden Vorgaben ermöglichen sollen. Neben diesen Leitfäden werden Lernmodule erstellt, die unmittelbar sowohl in der Ausbildung von künftigen Vollzugsmitarbeiter*innen als auch von Studierenden einschlägiger Fachrichtungen zum Einsatz gelangen können und somit sicherstellen, dass das notwendige Wissen bei den verantwortlichen Personen vorhanden ist.

Abstract

The project examines the challenges of dealing with members of criminal organizations in the Austrian prison system. The aim is to use the knowledge gained to support the prison authorities in ensuring the highest possible level of security for staff and inmates on the one hand, and to provide the best possible opportunities for social rehabilitation for members of criminal organizations on the other. The project includes a comprehensive, holistic legal analysis of the status quo as well as the identification of any gaps in knowledge and potential for improvement. To this end, national and international legal requirements and case law, relevant scientific literature as well as official reports and data are comprehensively collected, reviewed and analyzed. On the other hand, the project focuses on the practical side of dealing with members of criminal organizations in the prison system. Based on extensive research of national and international empirical studies and literature on this topic, a qualitative study of the situation in Austria will be carried out. For this purpose, representatives of various professional groups, who contribute different perspectives on this issue due to their different tasks and areas of responsibility, are interviewed in guided interviews, which are then transcribed and analysed. The results are then reflected upon and analysed in greater depth in an interdisciplinary group discussion. All the insights gained will then be brought together and jointly analysed. Based on this, conclusions and recommendations relating to the Austrian situation are formulated. Finally, all the findings are incorporated into the design of guidelines aimed at various professional groups working in the prison system and intended to enable practical, everyday implementation of the relevant requirements. In addition to these guidelines, learning modules will be created that can be used directly in the training of future prison staff as well as students of relevant disciplines, thus ensuring that the necessary knowledge is available to those responsible.