Zum Inhalt

cycLINK

Konzeption eines flächendeckenden Bike-Sharing Angebots in Österreich

Programm / Ausschreibung Leuchttürme eMobilität, Zero Emission Mobility, Zero Emission Mobility 2024 Status laufend
Projektstart 01.04.2025 Projektende 30.09.2026
Zeitraum 2025 - 2026 Projektlaufzeit 18 Monate
Keywords Bikesharing; Österreich; Standortanalyse; Ausbaustufen; Betreibermodell

Projektbeschreibung

Hintergrund
Der Verkehrssektor ist nach dem Energie- und Industriesektor der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen in Österreich. Um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, sind umfangreiche Maßnahmen zur Reduktion und Verlagerung des motorisierten Verkehrs hin zum Umweltverbund notwendig. Diverse Strategien, wie beispielsweise der Mobilitätsmasterplan 2030 des Bundes sehen unter anderem die Stärkung des öffentlichen Verkehrs und von Shared-Mobility-Angeboten vor. Die 2023 veröffentlichte Shared Mobility Strategie konkretisiert diesen Ansatz und stellt fest, dass Sharing sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bringen kann, indem es Emissionen reduziert, Ressourcen schont und Endnutzer:innen finanzielle Ersparnisse ermöglicht. Während Bikesharing in vielen europäischen Ländern, wie den Niederlanden oder der Schweiz bereits als flächendeckendes Mobilitätsangebot etabliert ist, bleibt das System in Österreich fragmentiert und überwiegend auf urbane Gebiete beschränkt. Vorhandene Systeme werden zwar gut genutzt, doch insbesondere in ländlichen Räumen und in der Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr bestehen erhebliche Lücken.

Ziel:
Das Projekt cycLINK zielt darauf ab, ein integriertes, österreichweit verfügbares Bike-Sharing-Angebot für städtische, sub-urbane und ländliche Gebiete zu entwickeln, das als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr fungiert und somit auf der ersten und letzten Meile eine Alternative zum Individualverkehr schafft.

Vorgehen und Methoden:
In einer umfassenden Analyse bestehender Bike-Sharing-Systeme sollen deren Merkmale, Funktionsmechanismen und Herausforderungen identifiziert werden und mögliche technische, betriebliche und Governance-bezogene Anforderungen für ein österreichisches System abgeleitet werden. Dies erfolgt mittels Desk Research, Expert:innen-Interviews und der Analyse bestehender nextbike-Nutzungsdaten aus dem DACH-Raum.
Um die vorhandene Versorgungsqualität und bestehende Versorgungslücken zu identifizieren, werden GIS-basierte multikriterielle Standortanalysen durchgeführt. Darauf aufbauend werden zeitliche und räumliche Ausbau-Szenarien für die schrittweise Implementierung des Bike-Sharing-Systems in verschiedenen Regionen Österreichs entwickelt. Zielgruppenspezifische Nutzungsbedürfnisse und Nachfrageprognosen sowie die Anbindung an den ÖV werden bei der Auswahl potenzieller Bikesharing Standorte berücksichtigt. Mit Hilfe quantitativer und qualitativer Methoden werden anschließend die verkehrlichen und ökologische Wirkungen des erweiterten Bikesharing-Systems abgeschätzt.
Um eine nachhaltige Implementierung eines flächendeckenden Bikesharing-Systems zu ermöglichen, werden zuletzt Betreibermodell-Varianten mit Blick auf ein nutzer:innenfreundliches und wirtschaftlich tragbares System hin konzipiert. Die abschließende Kostenschätzung zeigt die finanzielle Machbarkeit verschiedener Ausbaustufen und Nutzungsszenarien und identifiziert Finanzierungslücken.
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Forschungspartner:innen und Nextbike als Praxispartner sowie der umfassenden Einbindung verschiedener Stakeholder-Perspektiven trägt das Projekt zur praxisnahen Konzeption eines ÖV-orientierten Bikesharing bei.

Abstract

Background & project objective
The transport sector is the second largest emitter of greenhouse gases in Austria after the energy and industrial sectors. In order to achieve climate neutrality by 2040, extensive measures are needed to reduce and shift motorised traffic towards eco-mobility. Various strategies, such as the federal government's Mobility Masterplan 2030, include strengthening public transport and shared mobility services. The Shared Mobility Strategy published in 2023 specifies this approach and states that sharing can bring both environmental and economic benefits by reducing emissions, conserving resources and enabling end users to make financial savings. While bike sharing is already established as a nationwide mobility service in many European countries, such as the Netherlands and Switzerland, the system in Austria remains fragmented and predominantly limited to urban areas. Although existing systems are well utilised, there are considerable gaps, particularly in rural areas and in the link with public transport.

Objective:
The cycLINK project aims to develop an integrated, Austria-wide bike-sharing service for urban, sub-urban and rural areas that acts as a supplement to public transport and thus creates an alternative to private transport for the first and last mile.

Methods:
In a comprehensive analysis of existing bike sharing systems, their characteristics, functional mechanisms and challenges will be identified and possible technical, operational and governance-related requirements for an Austrian system will be derived. This is done by means of desk research, expert interviews and the analysis of existing nextbike usage data from the DACH region.
GIS-based multi-criteria location analyses are carried out in order to identify the existing supply quality and existing supply gaps. Based on this, temporal and spatial expansion scenarios are developed for the gradual implementation of the bike sharing system in various regions of Austria. Target group-specific usage needs and demand forecasts as well as public transport connections are taken into account when selecting potential bike sharing locations. Quantitative and qualitative methods are then used to estimate the traffic and ecological effects of the expanded bike sharing system.
In order to enable the sustainable implementation of a nationwide bike sharing system, operator model variants are designed with a view to a user-friendly and economically viable system. The final cost estimate shows the financial feasibility of various expansion stages and utilisation scenarios and identifies financing gaps.
Through the close cooperation between the research partners and Nextbike as a practical partner, as well as the comprehensive integration of various stakeholder perspectives, the project contributes to the practical conception of a public transport-orientated bike sharing system.