KlimaP Stockerau
Klimapionierstadt Stockerau
| Programm / Ausschreibung | Smart Cities, TLKNS, Technologien und Innovationen f.d.klimaneutrale Stadt 2024 (KLI.EN) | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.12.2024 | Projektende | 30.11.2025 |
| Zeitraum | 2024 - 2025 | Projektlaufzeit | 12 Monate |
| Keywords | Klimaneutralitätsfahrplan, Stockerau | ||
Projektbeschreibung
Die Stadtgemeinde Stockerau möchte einen ganzheitlichen Klimaneutralitätsfahrplan entwickeln. Dieser Klimaneutralitätsfahrplan soll Umsetzungs-, Kapazitäts- und Strukturplänen enthalten und in weiterer Folge bindend beschlossen werden.
Abstract
The municipality of Stockerau wants to develop a holistic climate neutrality roadmap. This climate neutrality roadmap shall contain implementation, capacity and structural plans and will subsequently be adopted in a binding manner.
Endberichtkurzfassung
Mit dem Projekt „Klimapionierstadt Stockerau“ wurde erstmals eine umfassende, datenbasierte Grundlage geschaffen, um die Klimaneutralität bis 2040 strategisch und wirksam zu verfolgen. Die Stadt Stockerau verfügt nun über ein vollständiges Treibhausgasinventar, einen strukturierten Klimaneutralitätsfahrplan sowie ein integriertes Monitoring-System, das die zukünftige Steuerung der kommunalen Klimaschutzarbeit maßgeblich unterstützt.
Wesentliche Projektergebnisse
1. Erste vollständige Treibhausgasbilanz der Stadt (Basisjahr 2024)
Erstellung der THG-Bilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol for Cities (GPC) .
Gesamtemissionen 2024: rund 95.300 t CO2e .
Größte Emissionsquellen:
Mobilität & Verkehr (58 %), insbesondere die Autobahn A22.
Stationäre Energie (38 %), vor allem Wärme- und Stromverbräuche in Haushalten und Betrieben.
Diese Bilanz dient als Ausgangspunkt für den künftigen Klimaschutzprozess und ermöglicht erstmals ein systematisches Monitoring.
2. Aufbau eines kommunalen Klimaneutralitätsfahrplans
Entwicklung eines Excel-basierten All-in-One-Steuerungstools , das:
alle Maßnahmen strukturiert abbildet,
Klimawirksamkeit, Machbarkeit und Kosten bewertet,
Synergien, Hürden und Verantwortlichkeiten dokumentiert,
Reduktionspotenziale ausgewählter Maßnahmen modelliert,
ein integriertes Ampelsystem für Monitoring & Reporting enthält.
Der Fahrplan ist ein lebendes Dokument , das laufend aktualisiert werden kann.
3. Erarbeitung und Bewertung von 42 Klimaschutzmaßnahmen
Maßnahmen in allen relevanten Handlungsfeldern:
Mobilität & Verkehr
Stationäre Energie
Abfall
Klimawandelanpassung
Planung & Governance
26 Maßnahmen enthalten konkrete, berechnete THG-Reduktionspotenziale.
Die analysierten Maßnahmen ermöglichen theoretisch eine Reduktion von rund 56 % der aktuellen Emissionen bis 2040 (bei Umsetzungsstand heute abschätzbar).
4. Priorisierung von 10 direkt beeinflussbaren Maßnahmen
Gemeinsam mit der Verwaltung, lokalen Stakeholdern und der Bürgermeisterin wurden 10 Maßnahmen identifiziert, mit deren Umsetzung die Stadt umgehend beginnen kann – darunter:
Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden
Einführung einer Klimaprüfung für Gemeinderatsentscheidungen
Ausbau sicherer Rad- und Schulwege
Einrichtung einer Klimaschutz-Anlaufstelle
Schaffung kühler Zonen & Begrünung zentraler Plätze
Umstieg auf 100 % Ökostrom in städtischen Gebäuden
Diese Maßnahmen wurden der Bevölkerung öffentlich vorgestellt und vom Gemeinderat positiv aufgenommen.
5. Umfassender Stakeholderprozess
Drei große Workshop-Formate mit Verwaltung, Politik und Wirtschaft.
Öffentliche Präsentation am Stadtfest.
Gemeinderatsbeschluss des Klimaneutralitätsfahrplans am 5. November 2025 – einstimmig .
Aufbau eines starken Netzwerks mit regionalen Wirtschafts- und Energieakteuren.
6. Erkenntnisse & Herausforderungen
Das Projekt hat zentrale strukturelle Bedarfe sichtbar gemacht:
Notwendigkeit einer zentralen städtischen Klima-Ansprechstelle
Ausbau digitaler Werkzeuge (Energiebuchhaltung, Datenstrukturen)
Engere Einbindung der Verwaltung und der Bevölkerung
Kontinuierliche Fortschreibung der THG-Bilanz (alle 3–5 Jahre)
Positiv hervorzuheben ist die durchgehend politische Unterstützung über Parteigrenzen hinweg sowie die hohe Motivation der beteiligten Fachabteilungen.
Fazit
Die Stadt Stockerau hat mit dem Projekt „Klimapionierstadt“ wesentliche Grundlagen für ihre Klimapolitik geschaffen:
Erstmals vollständige Datentransparenz über Emissionsquellen
Ein strukturierter, faktenbasierter Fahrplan zur Klimaneutralität 2040
Ein praxistaugliches Monitoring- und Bewertungssystem
Konkret priorisierte Maßnahmen für den sofortigen Start der Umsetzung
Damit hat Stockerau einen wichtigen strategischen Meilenstein erreicht und eine solide Basis geschaffen, um Klimaneutralität Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen.