Infra 4 Riding
Kinder- und jugendgerechter Radverkehr in der Region
| Programm / Ausschreibung | Mobilitätssystem, Mobilitätssystem, Mobilität 2023: Regionale Mobilitätslabore & Digitalisierung für Mobilitäts- und Logistikdienste | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.07.2024 | Projektende | 31.12.2025 |
| Zeitraum | 2024 - 2025 | Projektlaufzeit | 18 Monate |
| Keywords | Radfahrkompetenz, Sensibilisierung, Verkehrssicherheitsparcour, Jugendiche, fehlerverzeihende Infrastruktur | ||
Projektbeschreibung
Bei Jugendlichen ab 15 Jahren ist sowohl der Anteil der Radfahrenden als auch die Anzahl der gefahrenen Radstunden pro Jahr im Vergleich zu jüngeren RadfahrerInnen rückläufig. In diesem Alter nimmt die Attraktivität der individuellen motorisierten Fortbewegung zu, wodurch weiter entfernte Ziele zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies ist im Sinne einer Aufrechterhaltung nachhaltiger Mobilitätsstrukturen und Angebote in der Heimatregion der Jugendlichen problematisch. Es ist daher erforderlich, Nutzungshemmnisse für und Anforderungen an Aktive Mobilität zu identifizieren, um gemeinsam mit ihnen nachhaltigere lokale Mobilitätsmuster aufzubauen sowie das Radfahren und den Aufenthalt in der eigenen Region zu fördern.
Das hohe Wirkungspotenzial des Radfahrens als Lösungsbaustein der nachhaltigen ländlichen Mobilität für jüngere VerkehrsteilnehmerInnen wird im Projekt initial freigelegt. Für zwei Pilotgemeinden Baden und Oberpullendorf erfolgen im Rahmen eines Aktionsmonats Schwerpunktsetzungen mit SchülerInnen zur Bewusstseinsbildung, Verbesserung der Radkompetenzen und der Gefahrenwahrnehmung. Darauf aufbauend werden zielgruppenspezifische Lösungen und Pilotvorhaben zur Erhöhung der objektiven und subjektiven Sicherheit beim Radfahren und der Attraktivität des Radfahrens ausgearbeitet.
Die Verschränkung verkehrspsychologischer und verkehrstechnischer Datenanalysen liefert neuartige geschlechts- und rollenspezifische Erkenntnisse und sichert die Ableitung von übertragbaren Handlungsempfehlungen für weitere Gemeinden und ländliche Regionen.
Die fachliche Wissensverbreitung erfolgt in Form eines Factsheets für Länder und Gemeinden, Präsentationen in relevanten Arbeitsgruppen der RVS-Ausschüsse sowie Konferenzteilnahmen und LinkedIn Beiträge. Weiters erfolgt die Einreichung eines Fachbeitrags in einer Fachzeitschrift. Die öffentlich wirksame Dissemination erfolgt über die Webseiten der Schulen und Gemeinden sowie Beiträge der zuständigen Landesstellen des ORF.
Der Fokus auf genderspezifische Themen bildet eine zentrale Komponente des Projekts. Es werden unterschiedliche genderspezifische Anforderungen untersucht, da diese die Verkehrsmittelwahl maßgeblich beeinflussen können.
Durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen, insbesondere der Klimaneutralität, in Fragestellungen, Methoden und Indikatoren trägt das Forschungsdesign dazu bei, die Auswirkungen des kinder- und jugendgerechten Radverkehrs umfassend zu beurteilen und somit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.
Abstract
Among young people aged 15 and over, both the proportion of cyclists and the number of hours cycled per year are declining compared to younger cyclists. At this age, the attractiveness of individual motorised transport increases, making more distant destinations increasingly important. This is problematic in terms of maintaining sustainable mobility structures and services in the young people's home region. It is therefore necessary to identify barriers to and requirements for active mobility in order to work with them to develop more sustainable local mobility patterns and promote cycling and spending time in their own region.
The high impact potential of cycling as a solution component of sustainable rural mobility for younger road users is initially revealed in the project. For two pilot municipalities, Baden and Oberpullendorf, a month of activities will focus on raising awareness, improving cycling skills and hazard perception with schoolchildren. Building on this, target group-specific solutions and pilot projects will be developed to increase the objective and subjective safety of cycling and the attractiveness of cycling.
The combination of traffic psychological and traffic engineering data analyses provides new gender and role-specific findings and ensures the derivation of transferable recommendations for action for other municipalities and rural regions.
The professional dissemination of knowledge takes place in the form of a factsheet for federal states and municipalities, presentations in relevant working groups of the RVS committees as well as conference participation and LinkedIn contributions. In addition, a specialist article is submitted to a specialist journal. Publicly effective dissemination takes place via the websites of the schools and municipalities as well as contributions from the responsible regional offices of the ORF.
The focus on gender-specific topics is a central component of the project. Different gender-specific requirements are being analysed, as these can have a significant influence on the choice of means of transport.
By taking into account sustainability goals, in particular climate neutrality, in the questions, methods and indicators, the research design contributes to a comprehensive assessment of the effects of cycling for children and young people and thus makes a contribution to sustainable development.
Endberichtkurzfassung
Bei Jugendlichen ab 15 Jahren ist sowohl der Anteil der Radfahrenden als auch die Anzahl der gefahrenen Radstunden pro Jahr im Vergleich zu jüngeren RadfahrerInnen rückläufig. In diesem Alter nimmt die Attraktivität der individuellen motorisierten Fortbewegung zu, wodurch weiter entfernte Ziele zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies ist im Sinne einer Aufrechterhaltung nachhaltiger Mobilitätsstrukturen und Angebote in der Region problematisch.
Nutzungshemmnisse und Anforderungen an die aktive Mobilität wurden im Rahmen des Forschungsprojekt identifiziert. Im Zuge von interaktiven Workshops mit SchülerInnen mehrerer Schulstufen in Baden und Oberpullendorf wurden wesentliche Maßnahmen abgeleitet, um nachhaltigere lokale Mobilitätsmuster aufzubauen sowie das Radfahren und den Aufenthalt in der eigenen Region zu fördern.
Das hohe Wirkungspotenzial des Radfahrens als Lösungsbaustein der nachhaltigen ländlichen Mobilität für jüngere VerkehrsteilnehmerInnen wurde im Projekt detailliert behandelt.
Für die zwei Pilotgemeinden Baden und Oberpullendorf erfolgten im Rahmen eines Aktionsmonats im Juni 2025 Schwerpunktsetzungen mit SchülerInnen zur Bewusstseinsbildung, Verbesserung der Radkompetenzen und der Gefahrenwahrnehmung. Sowohl in Baden als auch in Oberpullendorf wurden jeweils fünf Workshops im Juni 2025 mit insgesamt 187 SchülerInnen abgehalten. In Oberpullendorf wurde zusätzlich ein Testparcours mit dem Fahrrad von 93 SchülerInnen absolviert sowie Radausflüge durchgeführt, die von vielen SchülerInnen als sehr gut empfunden wurden.
Nach Abschluss des Aktionsmonats wurden zielgruppenspezifische Lösungen und Pilotvorhaben zur Erhöhung der objektiven und subjektiven Sicherheit beim Radfahren und der Attraktivität des Radfahrens ausgearbeitet. Für die Gemeinden Baden und Oberpullendorf wurden für konkrete Problemsituationen verkehrstechnische Lösungsansätze erarbeitet und den GemeindevertreterInnen sowie weiteren Stakeholdern im Rahmen der Abschlusspräsentationen vorgestellt und übergeben.
Die Verschränkung verkehrspsychologischer und verkehrstechnischer Datenanalysen lieferte neuartige geschlechts- und rollenspezifische Erkenntnisse und führte zur Ableitung von übertragbaren Handlungsempfehlungen für weitere Gemeinden und ländliche Regionen. Es wurden Präsentationsunterlagen für beide Gemeinden erstellt, welche unter anderem die detaillierten Erkenntnisse aus verkehrspsychologischer und verkehrstechnischer Sicht beinhalten. Im Rahmen eines Empfehlungskatalogs (Factsheet) wurden die 10 wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt.
Die fachliche Wissensverbreitung erfolgte durch die Einreichung eines wissenschaftlichen Papers, die Einreichung eines Beitrags zum 17. österreichischen Radgipfel sowie die Schaltung von LinkedIn und Facebook Beiträgen auf mehreren sozialen Medien.
Für die öffentlich wirksame Dissemination wurden Beiträge für die Webseiten der Schulen und Gemeinden sowie Beiträge für das zuständige Landesstudio ORF Burgenland zusammengestellt.