RegioSmart
Kooperative, regionale Logistik für nachhaltige Lebensmittelkreisläufe
| Programm / Ausschreibung | MW 24/26, MW 24/26, Mobilitätswende 2025/2 - Mobilitätssystem | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.06.2026 | Projektende | 31.05.2027 |
| Zeitraum | 2026 - 2027 | Projektlaufzeit | 12 Monate |
| Projektförderung | € 262.216 | ||
| Keywords | Kooperation, Transportbündelung, Lebensmittelversorgung | ||
Projektbeschreibung
Konventionelle Lebensmittelsysteme sind etwa für 21–37% der Klimakrise verantwortlich und gelten insbesondere aufgrund von Monokulturen als wesentlicher Treiber des Biodiversitätsverlusts. Gleichzeitig zeigt sich eine starke Konzentration entlang der Wertschöpfungskette: in Österreich dominieren vier Supermarktketten über 85% des Marktes, welche hauptsächlich auf Gewinnmaximierung abzielen während ökologische Resilienz, regionale Versorgungssicherheit und regenerative Anbauweisen kaum berücksichtigt werden. Besonders die Logistik erweist sich als struktureller Engpass in regionalen Lebensmittelsystemen. Während Großkonzerne durch zentralisierte Strukturen Skaleneffekte nutzen, stoßen kleinstrukturierte Betriebe bei der Organisation von Transport und Warenfluss an systemische Grenzen. Die konventionelle Herangehensweise setzt auf wenige Produkte in großen Mengen – ein Modell, das ProduzentInnen zur Spezialisierung und Monokultur drängt. Insbesondere kleinstrukturierte landwirtschaftliche ProduzentInnen kämpfen mit vielen Herausforderungen, wie z.B. geringe Produktionsmengen, intransparente Informationsflüsse, einer fragmentierten IT-Landschaft sowie einer fehlenden Digitalisierung in Bezug auf Koordination von Bestellungen, Lieferung und Kommunikation.
Diese Faktoren erschweren die Skalierung regionaler Alternativen erheblich. Ein vernetzter, datengestützter und kooperativ gestalteter Logistikansatz ist daher unerlässlich, um regionale Wertschöpfung zu stärken und ökologische wie ökonomische Nachhaltigkeit im Lebensmittelsystem langfristig zu sichern sowie Kosten durch Bündelung der Transporte zu reduzieren. Das zu entwickelnde Softwaretool liefert eine maßgeschneiderte Lösung für diese Problematik, in dem es die Umsetzung eines regionalen, kooperativen Logistikkonzeptes ermöglicht.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines leistungsfähigen Logistiktools für regionale Lebensmittelsysteme, das automatisierte Planung, datengetriebene Optimierung und menschliche Entscheidungsfreiheit intelligent verbindet, um regionale, kooperative und nachhaltige Liefernetzwerke zu ermöglichen, um Synergieeffekte bestmöglich zu nutzen.
Es geht um den Aufbau echter regionaler Logistiknetzwerke, die dafür sorgen, dass vielfältige Produkte in kleinen Mengen effizient transportiert werden. Das ist ein Aspekt, den konventionelle Konzerne bislang nicht abbilden können und der einen klaren Wettbewerbsvorteil für regionale Systeme darstellt. Diese regionalen Logistiknetzwerke sollen nach dem Prinzip eines „öffentlichen Nahverkehrs für Waren“ funktionieren: Transportkapazitäten werden intelligent gebündelt, indem leer fahrende bzw. teilbeladene Fahrzeuge genutzt und verschiedene Produktströme entlang flexibler Routen kombiniert werden.
Durch die damit erreichte Transportbündelung wird dem Gedanken der Mobilitätswende bestmöglich Rechnung getragen und es erfolgt eine Stärkung regionaler Strukturen entlang der Wertschöpfungskette. Das Tool verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und bietet eine praxistaugliche Lösung zur Stärkung der Resilienz und Konkurrenzfähigkeit regionaler Betriebe, insbesondere kleinstrukturierter landwirtschaftlicher Produzenten gegenüber marktdominierenden Lieferstrukturen der Lebensmittelindustrie. Dies kommt letztendlich nicht nur der Mobilität, dem Klima und den beteiligten Betrieben zugute, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Konsumenten mit frischen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.
Abstract
Conventional food systems are responsible for approximately 21–37% of the climate crisis and, particularly due to monocultures, are considered a major driver of biodiversity loss. At the same time, there is a strong concentration along the value chain: in Austria, four supermarket chains dominate over 85% of the market, primarily focused on profit maximization while ecological resilience, regional supply security, and regenerative farming methods are largely ignored. Logistics, in particular, proves to be a structural bottleneck in regional food systems. While large corporations leverage economies of scale through centralized structures, small-scale farms encounter systemic limitations when organizing transport and the flow of goods. The conventional approach relies on a few products in large quantities – a model that forces producers toward specialization and monoculture. Small-scale agricultural producers, in particular, struggle with numerous challenges, such as low production volumes, opaque information flows, a fragmented IT landscape, and a lack of digitalization in coordinating orders, deliveries, and communication.
These factors significantly complicate the scaling of regional alternatives. A networked, data-driven, and collaboratively designed logistics approach is therefore essential to strengthen regional value creation, ensure long-term ecological and economic sustainability within the food system, and reduce costs by consolidating transport. The software tool to be developed provides a tailored solution to this problem by enabling the implementation of a regional, cooperative logistics concept.
The project aims to develop a high-performance logistics tool for regional food systems that intelligently combines automated planning, data-driven optimization, and human decision-making to enable regional, cooperative, and sustainable supply networks and maximize synergy effects.
The goal is to establish genuine regional logistics networks that ensure the efficient transport of diverse products in small quantities. This is an aspect that conventional corporations have not yet been able to replicate and represents a clear competitive advantage for regional systems. These regional logistics networks are designed to operate on the principle of "public transport for goods": transport capacities are intelligently pooled by utilizing empty or partially loaded vehicles and combining various product flows along flexible routes.
This resulting transport pooling best supports the concept of the mobility transition and strengthens regional structures along the value chain. The tool takes a holistic approach and offers a practical solution for strengthening the resilience and competitiveness of regional businesses, particularly small-scale agricultural producers, against market-dominating food industry supply structures. Ultimately, this benefits not only mobility, the climate, and the participating businesses, but also makes a significant contribution to ensuring consumers' supply of fresh, high-quality food.