BF4BV
Barrierefreiheit für Bedarfsverkehre beschleunigen
| Programm / Ausschreibung | MW 24/26, MW 24/26, Mobilitätswende 2025/2 - Mobilitätssystem | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.10.2026 | Projektende | 31.03.2028 |
| Zeitraum | 2026 - 2028 | Projektlaufzeit | 18 Monate |
| Projektförderung | € 146.412 | ||
| Keywords | Barrierefreiheit, Bedarfsverkehr, Zugänglichkeit, Einschränkungen | ||
Projektbeschreibung
Laut gesetzlicher Vorgaben sind öffentlich zugängliche Mobilitätsangebot in Österreich barrierefrei auszugestalten.
Für den öffentlichen Verkehr (Bus, Bahn) gibt es als Unterstützung für die Umsetzung in der Praxis hierfür unterstützende Leitfäden oder ähnliche Dokumente, die auch Standards in der Umsetzung von Barrierefreiheit beinhalten. Der Umsetzungsgrad kann bei Bahn und Bus grundsätzlich fortgeschritten bezeichnet werden, laufende Verbesserungsschritte werden getätigt. Interessens- und Selbstvertretungen wie z.B. BIZPES spielen weiterhin eine große Rolle darin, auf Problemstellen aufmerksam zu machen und auch medialen Druck aufzubauen.
In den letzten 10 Jahren nehmen Bedarfsverkehre als flexible Angebotsformen im Kontext der Mobilitätswende und Daseinsvorsorge mehr und mehr an Bedeutung zu. Auch Verkehrsverbünde nutzen diese Betriebsformen, um die erste und letzte Meile in geeigneten Gebieten zu schließen.
Trotz einer schlechten Datenlage kann aber beobachtet werden: Barrierefreiheit in Bedarfsverkehren wird bei nur rund 50% der Angebote integriert mitbetrachtet, insb. bei Fahrzeugen und Software entstehen Barrieren in der Nutzung für verschiedene Zielgruppen. Es sind aber gerade Bedarfsverkehre, die auch komplexe Wege der Sorgearbeit (Hol- und Begleitwege) ermöglichen könnten und auch älteren Personen Zugang zu Mobilität bieten. Diese Use-Cases stellen oft noch aktuelle Hürden in der Abschaffung von privaten PKWs dar - Barrierefreiheit stellt hier somit auch einen wichtigen Schlüssel für die Etablierung von Bedarfsverkehren als Baustein einer nachhaltigen, sozial gerechten Mobilitätswende im zentralen ländlichen und suburbanen Raum dar.
Das Sondierungsprojekt "BF4BV - Barrierefreiheit für Bedarfsverkehre beschleunigen" hat zum Ziel, einen klaren, kooperativen Fahrplan (Roadmap BF4BV) zur iterativen Verbesserung von Barrierefreiheit in Bedarfsverkehren aufzubauen. Hierfür werden in einem ersten Schritt der IST-Stand zu Barrierefreiheit von Bedarfsverkehren in einer Fokusregion erhoben, dies dient auch als Grundlage für eine dementsprechende Anpassung der Datenbank bedarfsverkehr.at um auch hier Barrierefreiheits-Aspekte besser mitzuerheben. In einem Folgeschritt werden aktuelle Rahmenbedingungen, Nutzer:innen- und Betreiberanforderungen analysiert. Dies geschieht in einem stark partizipativen, co-kreativen Prozess, um nahe an Praxisbedarfen zu forschen und im Nachgang an die Sondierung ein hohes Commitment für das Thema zu erreichen. Vor allem die Betreiberanforderungen und hier vorhandene Hürden sollen an gesetzgebenden Stellen rückgemeldet werden, um in einen schrittweisen Verbesserungsprozess einzutreten und auch Ausnahmen von Barrierefreiheit für gewisse Organisationsformen wie z.B. Freiwilligensysteme klarer festzulegen.
Die entwickelte Roadmap BF4BV dient als gemeinsamer Fahrplan, innerhalb dessen folgende Aspekte mit klaren Zuständigkeiten und Fristen koordiniert werden: A) weitere innovative Schritte in der Praxis bei Betreibern, B) Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen wie z.B. gesetzliche Anpassungen zur klareren Definition von Barrierefreiheit in spezifischen Kontexten wie z.B. Bedarfsverkehren und C) Forschungsprojekte zu identifizierten Forschungslücken. Diese integrierte Betrachtung von Forschung und Praxis soll zu einer rascheren Realisierung von Barrierefreiheit beitragen und somit auch die Verlagerung von PKW-Verkehren auf den Umweltverbund beschleunigen.
Abstract
According to legal requirements, publicly accessible mobility services in Austria must be designed to be barrier-free.
For public transport (bus, train), there are guidelines and similar documents to support implementation in practice, which also include standards for implementing accessibility. The degree of implementation can generally be described as advanced for trains and buses, with ongoing improvements being made. Interest groups and self-advocacy organisations such as BIZPES continue to play an important role in drawing attention to problem areas and building media pressure.
Over the last 10 years, demand-responsive transport has become increasingly important as a flexible form of service in the context of the mobility transition and public services. Transport associations also use these forms of operation to cover the first and last mile in suitable areas.
Despite a lack of data, it can be observed that accessibility in on-demand transport is only taken into account in around 50% of services, with barriers to use for various target groups arising in particular in relation to vehicles and software. However, it is precisely on-demand transport that could enable complex care work (pick-up and escort routes) and also offer older people access to mobility. These use cases often still represent current hurdles in the abolition of private cars – accessibility is therefore also an important key to establishing on-demand transport as a building block of a sustainable, socially just mobility transition in central rural and suburban areas.
The exploratory project ‘BF4BV – Accelerating accessibility for on-demand transport’ aims to establish a clear, cooperative roadmap (Roadmap BF4BV) for the iterative improvement of accessibility in on-demand transport. To this end, the first step is to assess the current state of accessibility in on-demand transport in a focus region. This will also serve as a basis for adapting the bedarfsverkehr.at database to better reflect accessibility aspects. In a subsequent step, current framework conditions, user and operator requirements will be analysed. This will be done in a highly participatory, co-creative process in order to conduct research that is closely aligned with practical needs and to achieve a high level of commitment to the topic following the exploratory phase. Above all, operator requirements and existing obstacles should be reported back to legislative bodies in order to enter into a gradual improvement process and also to define more clearly exceptions to accessibility for certain forms of organisation, such as volunteer systems.
The BF4BV roadmap serves as a joint timetable within which the following aspects are coordinated with clear responsibilities and deadlines: A) further innovative steps in practice by operators, B) measures to improve the framework conditions, such as legal adjustments to clarify the definition of accessibility in specific contexts, e.g. on-demand transport, and C) research projects on identified research gaps. This integrated approach to research and practice should contribute to the faster realisation of accessibility and thus also accelerate the shift from car transport to eco-friendly modes of transport.