Nex.um
Plattform für konstruktive Kommunikation und konsensuale Lösungswege in Umwelt- und Wirtschaftsfragen
| Programm / Ausschreibung | IWI 24/26, IWI 24/26, Impact Innovation Ausschreibung 2026 | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.07.2026 | Projektende | 31.12.2027 |
| Zeitraum | 2026 - 2027 | Projektlaufzeit | 18 Monate |
| Projektförderung | € 96.759 | ||
| Keywords | |||
Projektbeschreibung
Nex.um: Plattform für konstruktive Kommunikation und konsensuale Lösungswege in Umwelt- und Wirtschaftsfragen
Österreich steht vor komplexen Zielkonflikten zwischen Umweltschutz, wirtschaftlicher und infrastruktureller Entwicklung und gesellschaftlichen Interessen. Aktuell führen polarisierende Debatten und eine unübersichtliche Faktenlage oft zu Blockaden zentraler Transformationsprozesse. Das Projekt Nex.um entwickelt eine unabhängige Plattform, die diese Pattstellung durch ein neuartiges skalierbares Methodenset durchbricht. Mittels innovativer Verknüpfung von Systemanalyse (Nexus-Ansatz), faktenbasierter, neutraler Informationsaufbereitung und professionell begleiteter Demokratiearbeit wird eine Infrastruktur geschaffen, die konsensuale und tragfähige Lösungen für Umwelt und Wirtschaft ermöglicht.
Es ist zunehmend zu verzeichnen, dass Umweltthemen von unterschiedlichen Interessensgruppen instrumentalisiert werden, um partikulare Positionen durchzusetzen. Eine oftmals unübersichtliche Faktenlage, polarisierende Medienlogiken und der Rückzug staatlicher sowie zivilgesellschaftlicher Ressourcen verschärfen aktuell diese Konflikte. Die Folge sind Blockaden in zentralen Transformationsfeldern (Energiewende, Biodiversitätserhalt, nachhaltige Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung), Vertrauensverlust in Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie steigende gesellschaftliche Polarisierung und Resignation gegenüber demokratischen Werten.
Nex.um Projektidee
Ziel ist es, durch neutrale Analyse, konstruktive Kommunikation und Begleitung partizipativer Prozesse .einen innovativen, systemischen Ansatz für konsensuale nachhaltige Entwicklungen in Österreich zu etablieren. Nex.um nimmt dabei eine neutrale Vermittlerrolle ein. Während in Umwelt-Wirtschaft-Gesellschaftssystemen üblicherweise am Ende der Konfliktkette eingegriffen wird, soll Nex.um als Think-tank oder Servicestelle frühzeitig ansetzen. Wie diese Plattform organisiert, zusammengesetzt oder finanziert wird, ist noch offen und Gegenstand des Projektvorhabens. Aufgaben und Dienstleistungen, die bisher getrennt voneinander angewendet wurden, werden von Nex.um synergetisch verknüpft:
1. Erfassen und neutrale Analyse komplexer Umweltsystemzusammenhänge (Nexus-Ansatz)
Durch innovative Gesamtsystemanalysen sollen Konflikte und Synergien zwischen betroffenen Bereichen (Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft) erkannt und Lösungsszenarien dargestellt, kommuniziert und begleitet werden.
2. Neutrale Analyse, lösungsorientierte Kommunikation
Durch eine verständliche und agenda-freie Aufbereitung wissenschaftlicher und fachlicher Fakten (ohne "Spin und framing"), soll eine neutrale Informationsbasis geschaffen und professionell kommuniziert werden.
3. Prozessbegleitung und Kommunikation
Die Begleitung demokratischer Aushandlungsprozesse mit einem eigens entwickelten und skalierbaren Methodenset ermöglicht das Durchführen strukturierter Konsensprozesse.
4. Professionelle Medienarbeit
Mitgestaltung des öffentlichen Diskurses und politischer Debatten durch Kommunikationsstrategien und professionelle Medienarbeit.
Methodik
Aufbauend auf den Ergebnissen des iterativen Innovationsprozesses soll eine unabhängige, institutionalisierte Plattform (z.B. Think-tank) entstehen, die durch Anwendung eines Nex.um-Methodensets faktenbasierte, konsensuale Wirtschafts- und Umweltentscheidungen unterstützt. Der iterative Innovationsprozess entwickelt unter Beteiligung relevanter Akteur:innen ein skalierbares Prozess- und Service-Design für Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.
Das "Nex.um"-Methodenset umfasst:
• Tools zur Systemanalyse von Zielkonflikten im Umweltbereich und zur Entwicklung von konsensualen Lösungsansätzen und Synergien
• Recherche-Standards für neutrale Faktenanalyse und lösungsorientiertes Vorgehen
• demokratische Dialog-, Partizipations- und Konsensformate (z. B. Deliberation, Co-Design, Demokratiewerkstätten)
• Kommunikationsdesign für neutrale, verständliche und konstruktive öffentliche Vermittlungsarbeit
Akteur:innen-zentrierter Ansatz
Die Beteiligung von Akteur:innen aus Umweltverwaltung (Bund/Länder), Umwelt-NGOs, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft, Infrastrukturunternehmen und Zivilgesellschaft in allen Projektphasen ist zentraler Projektbestandteil und integraler Teil der Methodik. Die Akteur:innen nehmen an Workshops, Validierungsschritten und Co-Design-Formaten teil und bringen so unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungswerte ein. Die Beteiligung in einer frühen Entwicklungsphase erhöht Akzeptanz und Identifikation mit dem Vorhaben.
Iterativer, wirkungsorientierter Prozess
Erkenntnisse aus jeder Stufe des Innovationsprozesses fließen in die nächste Entwicklungsrunde ein, um eine praxisnahe und skalierbare Lösung sicherzustellen. Zur Qualitäts- und Wirkungssicherung werden zwei begleitende Gremien als kritische Feedbackinstanzen eingerichtet: das Sounding Board zur regelmäßigen Überprüfung von Ergebnissen, Wirkweisen und Projektfortschritt; der Wissenschaftliche Beirat für systemanalytische und umweltfachliche Hilfestellungen.
Erwartbarer Impact des Vorhabens
• Nachhaltige, umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung
• Reduktion gesellschaftlicher Polarisierung & Pattstellungen
• Beschleunigung gesellschaftlich mitgetragener Umwelt- und Wirtschaftsentscheidungen
• Stärkung demokratischer Prozesse & faktenbasierter Kommunikation
• Berücksichtigung des demokratischen Willens einer informierten Bevölkerung
• Höhere Akzeptanz ökologischer und wirtschaftlich notwendiger Maßnahmen
• Sichtbarmachen faktenbasierter Entscheidungswege
• Größere Planungs- und Investitionssicherheit
• Optimierte und transparentere Entscheidungsstrukturen
• Aufbau einer neutralen Stimme der Mitte
• Stärkung gesellschaftlichen Zusammenhalts