KlimaWeg.Wels
Orientierung und Maßnahmen für eine resiliente Zukunft
| Programm / Ausschreibung | KNS 24/26, KNS 24/26, Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt 2025 | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.03.2026 | Projektende | 31.08.2027 |
| Zeitraum | 2026 - 2027 | Projektlaufzeit | 18 Monate |
| Projektförderung | € 113.975 | ||
| Keywords | Klimawandelanpassung, Klimatopkarte GIS, Klimafitter Gebäudebestand, Resiliente Stadtentwicklung | ||
Projektbeschreibung
Die Stadt Wels steht, wie viele europäische Städte, vor wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Zunehmende Hitzetage, längere Trockenperioden und Starkregenereignisse beeinträchtigen Lebensqualität, Gesundheit und Infrastruktur. Aufbauend auf der Klimastrategie 2024 verfolgt das Projekt KlimaWeg.Wels das Ziel, Klimawandelanpassung systematisch in den Verwaltungsstrukturen zu verankern und durch datenbasierte Entscheidungsprozesse die Resilienz der Stadt nachhaltig zu stärken.
Das Projekt wird von der Stadt Wels gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology umgesetzt und verbindet wissenschaftliche Expertise mit kommunaler Praxis. Zentrale Elemente sind die Erstellung einer Klimatopkarte, die Integration klimarelevanter Indikatoren in das Geoinformationssystem (GIS) sowie die Entwicklung eines Fahrplans für klimaresiliente Stadtplanung und Konzipierung eines Pilotprojekts. Damit entsteht erstmals eine faktenbasierte Grundlage, auf der Planungs- und Investitionsentscheidungen gezielt an die klimatischen Erfordernisse angepasst werden können.
Ein Schwerpunkt liegt auf der institutionellen Verankerung von Klimawandelanpassung: Durch partizipative Workshops, Schulungen und die Einbindung aller relevanten Stakeholder werden Verantwortlichkeiten geklärt, Wissen aufgebaut und Prozesse dauerhaft etabliert. Das Pilotquartier – rund um einen Schul oder Kindergartenstandort– dient dabei als Demonstrationsraum für klimaresiliente Gebäude-, Freiraum- und Mobilitätskonzepte - wird dabei konzipiert. Es fungiert als praxisorientierte Blaupause, deren Ansätze auf weitere Stadtteile und andere Kommunen übertragbar sind.
Innovativ ist insbesondere die Verknüpfung wissenschaftlicher Methoden mit der operativen Stadtplanung: Durch forschungsbasierte Algorithmen zur semi-automatisierten Erstellung von Klimatopkarten sowie den Einsatz standardisierter Klimawandelanpassungs-Indikatoren werden komplexe Klima- und Stadtstrukturdaten für die Stadt Wels objektiviert und vergleichbar gemacht. So können Hitzeinseln, Frischluftkorridore und sensible Quartiere identifiziert und gezielte Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden.
KlimaWeg.Wels geht damit über bestehende Strategien hinaus, die bislang vorwiegend auf Zieldefinitionen ausgerichtet waren. Es operationalisiert Klimawandelanpassung, schafft verbindliche Zuständigkeiten und befähigt die Verwaltung, evidenzbasierte Maßnahmen eigenständig umzusetzen. Die Ergebnisse – von GIS-basierten Karten bis zu Handlungsempfehlungen und Checklisten – werden in die Klimastrategie Wels 2024 integriert und bilden ein dauerhaftes Steuerungsinstrument für Politik und Verwaltung.
Der Nutzen des Projekts reicht über Wels hinaus: Die entwickelten Methoden, Indikatoren und Werkzeuge werden standardisiert aufbereitet, dokumentiert und über nationale Netzwerke (z. B. Städtebund, Pionierstadtnetzwerk „Klimaneutrale Stadt“) verbreitet. Damit liefert KlimaWeg.Wels übertragbare Modelle und Werkzeuge, die österreichischen Städten und Gemeinden ermöglichen, ihre eigenen Anpassungsprozesse zu beschleunigen und zukunftsfähig zu gestalten.
Durch die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung, kommunaler Verankerung und praxisorientierter Anwendung schafft KlimaWeg.Wels einen neuen Standard für strategische und operative Klimawandelanpassung in mittelgroßen Städten. Es stärkt nicht nur die Resilienz und Lebensqualität in Wels, sondern leistet auch einen zentralen Beitrag zur Umsetzung nationaler und europäischer Klimaziele.
Abstract
Like many European cities, the City of Wels faces growing challenges from climate change. Increasingly frequent heat days, prolonged droughts, and heavy rainfall events are affecting quality of life, public health, and urban infrastructure. Building on the Climate Strategy 2024, the KlimaWeg.Wels project aims to systematically anchor climate adaptation within the city’s administrative structures and strengthen Wels’s long-term resilience through data-driven decision-making processes.
Implemented jointly by the City of Wels and the AIT Austrian Institute of Technology, the project bridges scientific expertise and municipal practice. Core components include the creation of a climatope map, the integration of climate-relevant indicators into the city’s Geographic Information System (GIS), and the development of a roadmap for climate-resilient urban planning. The project establishes a factual basis for planning and investment decisions that directly respond to climatic requirements.
A key focus lies on institutional integration: through participatory workshops, training sessions, and engagement of relevant stakeholders, responsibilities are clarified, institutionalized capacity building, and sustainable processes are established. The pilot district—centered around a school or kindergarten site—serves as a demonstration space for climate-resilient building, open-space, and mobility concepts. It acts as a practical blueprint whose methods can be transferred to other districts and municipalities beyond Wels.
Innovation arises particularly from linking scientific methodologies with operational city planning. Using the algorithm developed in the research project OSCAR for semi-automated creation of climatope maps and standardized Climate Adaptation Indicators (KWA indicators), complex climate and urban data are objectively quantified and made comparable. Enabling the identification of heat islands, ventilation corridors, and sensitive neighborhoods, supports the design of targeted adaptation measures.
KlimaWeg.Wels goes beyond existing strategies that have focused mainly on goal-setting. It operationalizes climate adaptation, defines clear responsibilities, and empowers municipal staff to implement evidence-based measures independently. The results—from GIS-based maps to policy recommendations and practical checklists—further develop Wels’s Climate Strategy 2024, creating a permanent steering tool for both politics and administration.
The project’s benefits extend beyond Wels: its methods, indicators, and tools are standardized, documented, and disseminated through national networks such as the Austrian Association of Cities and the “Climate Neutral City” pioneer network. Thus, KlimaWeg.Wels provides transferable models and instruments that enable Austrian municipalities to accelerate their own adaptation processes and enhance urban resilience.
By combining scientific precision, institutional embedding, and practical applicability, KlimaWeg.Wels sets a new standard for strategic and operational climate adaptation in medium-sized cities—strengthening resilience and quality of life in Wels while contributing to the achievement of national and European climate goals.