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SARA

Selbstbestimmt, Aktiv, Risikolos Altern

Programm / Ausschreibung IWI 24/26, IWI 24/26, Impact Innovation Ausschreibung 2025 Status laufend
Projektstart 19.11.2024 Projektende 31.01.2026
Zeitraum 2024 - 2026 Projektlaufzeit 15 Monate
Keywords

Projektbeschreibung

Stürze alleinlebender Menschen stellen im hohen Alter ein erhebliches Risiko dar:
Sie bleiben oft unbemerkt, haben gravierende gesundheitliche Folgen und führen häufig zu Pflegebedarf.

Das Projekt „SARA selbstbestimmt aktiv risikolos altern“ zielt darauf ab, die Lebensqualität und Sicherheit alleinlebender, sturzgefährdeter Menschen durch ein kostengünstiges, nicht-invasives Sicherheitssystem zu verbessern. Die Lösung soll Stürze automatisch erkennen und alarmieren, ohne auf aktive Bedienung angewiesen zu sein (passives Lösungskonzept).
Durch die angestrebte Lösung werden bestehende Lücken von Notruf- und Ambient-Assisted-Living (AAL)-Systemen geschlossen. Hauptzielgruppe sind rund 700.000 alleinlebende ältere Menschen in Österreich und 1 Million pflegende Angehörige. Durch das Sicherheitssystem wird ein selbstbestimmtes Wohnen in der vertrauten Umgebung erleichtert und pflegende Angehörige sowie Pflegefachkräfte werden entlastet.
Die angestrebte Lösung soll sich in der Versorgungslandschaft und in bestehende Unterstützungsnetzwerke sinnvoll eingliedern. Dazu wird im Rahmen des vorliegenden Projektes ein umfassender Co-Creation Prozess mit Nutzer:innen und Akteuren durchgeführt. Langfristig unterstützt das Projekt bei der Bewältigung des steigenden Pflegebedarfs in einer zunehmend alternden Gesellschaft in Österreich und Europa.

Endberichtkurzfassung

Stürze alleinlebender älterer Menschen bleiben häufig unbemerkt, haben gravierende gesundheitliche Folgen und führen oft zu dauerhaftem Betreuungs- und Pflegebedarf. Bestehende Lösungen wie aktive Notrufknöpfe oder Wearables werden im Ernstfall oft nicht genutzt – sie erfordern aktives Zutun und werden von Betroffenen als stigmatisierend empfunden.

Das Projekt SARA – Selbstbestimmt, Aktiv, Risikolos Altern – hat in einem vierzehnmonatigen Co-Creation-Prozess gemeinsam mit Betroffenen, pflegenden Angehörigen und Akteuren der Pflege- und Versorgungslandschaft eine neue Antwort auf dieses Problem entwickelt: ein passives, nicht-invasives Sicherheitssystem, das den Haushaltsstromverbrauch via Smart Meter analysiert, Routineabweichungen automatisch erkennt und im Bedarfsfall Angehörige benachrichtigt – ohne aktive Bedienung, ohne Kameras oder einen Notfallknopf.

Von der vertiefenden Problemanalyse mit mehr als 60 dokumentierten Stakeholder-Gesprächen, über strukturiertes Benchmarking und einen Co-Creation-Workshop mit Vertreter:innen aus Pflege, Sozialwesen, Rettungsdiensten und Politik, bis hin zur Entwicklung und Testung eines funktionsfähigen Prototypen (MVP) wurde ein umfassender Co-Creation-Prozess etabliert. Mehr als 20 Testhaushalte in Oberösterreich, Wien und der Steiermark erprobten die Lösung anhand eines funktionstauglichen Prototypen über bis zu sieben Monate. Eine wissenschaftliche Begleitforschung der FH Gesundheitsberufe OÖ bestätigte eine sehr hohe Gebrauchstauglichkeit (SUS-Score 83,3 von 100) sowie eine grundsätzlich positive Wahrnehmung durch Betroffene und Angehörige.

Die Ergebnisse des Projekts – der validierte Prototyp, die gewonnenen Nutzer:innen-Erkenntnisse, das erarbeitete Wirkungsmodell und der aufgebaute Stakeholder-Dialog – haben die Grundlage für die kommerzielle Weiterentwicklung gelegt: Mit paula.care brachte LINO Solutions das im Projekt entwickelte Sicherheitssystem inzwischen als marktreifes Produkt in die Anwendung. Paula richtet sich an die rund 700.000 alleinlebenden, sturzgefährdeten Menschen in Österreich und ihre mehr als eine Million pflegenden Angehörigen – und leistet damit einen konkreten Beitrag zu selbstbestimmtem Wohnen im Alter und zur Entlastung informeller Pflege.