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EMORA

Mobilitätsgerechtigkeit in AT - Entwicklung einer Definition von Mobilitätsarmut im Kontext des EU Social Climate Fund

Programm / Ausschreibung Leuchttürme eMobilität, Zero Emission Mobility, Zero Emission Mobility 2024 Status laufend
Projektstart 01.04.2025 Projektende 31.03.2026
Zeitraum 2025 - 2026 Projektlaufzeit 12 Monate
Keywords Mobilitätsarmut; Definitionen; Betroffenheit; Datenanalyse; Stakeholdereinbindung

Projektbeschreibung

Hintergrund
Mobilitätsarmut ist ein wachsendes soziales und ökologisches Problem, das im Zuge der Mobilitätswende und des Übergangs zu einer CO₂-armen Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Besonders betroffen sind einkommensschwache Haushalte und Kleinstunternehmen in ländlichen Regionen mit schlechter Verkehrsinfrastruktur. Diese Gruppen stehen vor hohen Mobilitätskosten, eingeschränkten Mobilitätsmöglichkeiten und damit verbundenen Gefährdungen ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und wirtschaftlichen Existenz. Die bisherige Definition von Mobilitätsarmut, wie sie im Projekt „erREICHbar“ verwendet wurde, bildet eine gute Grundlage, deckt jedoch wichtige Aspekte wie hohe Mobilitätsausgaben und die Einschränkung der Mobilität aufgrund finanzieller oder zeitlicher Hürden nicht vollständig ab. Darüber hinaus gibt es bisher keine wissenschaftlichen Studien oder Definitionen zur Mobilitätsarmut von Kleinstunternehmen. Eine präzise Definition und Messbarkeit der Mobilitätsarmut ist allerdings notwendig, um die Betroffenheit zu erfassen und gezielte Maßnahmen, insbesondere im Rahmen des EU Social Climate Fund, entwickeln zu können.

Projektziele
Das Projekt EMORA zielt darauf ab, eine fundierte, multidimensionale und operationalisierbare Definition von Mobilitätsarmut zu entwickeln, was drei verschiedene Sub-Ziele mit sich bringt: 1) EMORA hat es zum Ziel, spezifische Definitionen und Operationalisierungsoptionen für Privathaushalte und Kleinstunternehmen zu erarbeiten, die auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der beiden Gruppen zugeschnitten sind. 2) Durch eine Verknüpfung von literatur-, daten- und stakeholderbasierten Ansätzen sollen verschiedenste Perspektiven einbezogen werden. 3) Wechselwirkungen zwischen Mobilitäts- und Energiearmut sollen berücksichtigt werden, um eine konsistente Grundlage für Förderkriterien und zielgerichtete Maßnahmen zu schaffen. 4) Schließlich sollen mögliche Maßnahmen zur Reduktion der Mobilitäts- und Erreichbarkeitsarmut im Rahmen des Klima-Sozial-Fonds abgeleitet werden.

Methoden & Innovationen:
EMORA basiert auf drei methodischen Zugängen: (1) einer literaturbasierten Recherche, (2) datenbasierten Analysen und (3) einem stakeholderbasierten Ansatz. Diese Ansätze werden kombiniert, um die verschiedenen Dimensionen der Mobilitätsarmut sowie ihre Verknüpfungen mit der Energiearmut zu erfassen und in einem operativen Monitoring-Konzept zu verankern. Das Projekt verfolgt dabei eine umfassende Herangehensweise, die auf bisherigen Definitionen und Bemessungen von Mobilitäts- und Energiearmut aus der Literatur und österreichischen Vorprojekten aufbaut und diese mit weiterentwickelt bzw. präzisiert.
Ein besonderer Fokus von EMORA liegt auf der Identifikation neuer Kriterien zur Erfassung von Mobilitätsarmut und deren Operationalisierung mithilfe vorhandener Datenquellen, wie der österreichweiten Konsumerhebung, Mobilitätsdaten und Pendlerstatistiken. Eine weitere Innovation liegt in der Berücksichtigung von Kleinstunternehmen als Zielgruppe von Mobilitätsarmut. EMORA nutzt außerdem einen inklusiven Zugang durch Einbindung zahlreicher relevanter Stakeholder sowie eines wissenschaftlichen Advisory Boards, was eine breite Akzeptanz, Relevanz und Übertragbarkeit der Maßnahmen fördert. Diese Ansätze verdeutlichen die Innovationskraft von EMORA und dessen Potenzial, nachhaltige Lösungen für die drängenden Herausforderungen von Mobilitäts- und Energiearmut zu entwickeln.

Abstract

Background
Mobility poverty represents a significant and growing social and ecological challenge, becoming increasingly pertinent as the global community transitions towards more sustainable forms of mobility and a low-carbon economy. Those with low incomes and micro-enterprises in rural areas with inadequate transport infrastructure are particularly affected. These groups are confronted with considerable mobility costs, a restricted range of mobility options and the concomitant risks to their social participation and economic viability. The previous definition of mobility poverty, as used in the 'erREICHbar' project, provides a solid foundation; however, it does not fully encompass crucial elements such as high mobility expenditure and the limitation of mobility due to financial or time-related constraints. Moreover, there is a dearth of scientific studies and definitions of mobility poverty among micro-enterprises. However, a precise definition and a means of measuring mobility poverty is necessary in order to ascertain the extent to which people are affected and to develop targeted measures, particularly within the framework of the EU Social Climate Fund.

Project objectives
The EMORA project has the objective of developing a well-founded, multidimensional and operationalisable definition of mobility poverty. This will be achieved by meeting three different sub-goals: 1) The EMORA project aims to develop specific definitions and operationalisation options for private households and micro-enterprises that are tailored to the needs and challenges of the two groups. 2) By integrating literature-, data- and stakeholder-based approaches, a comprehensive range of perspectives will be incorporated. 3) The project will also consider the interactions between mobility and energy poverty in order to establish a consistent basis for eligibility criteria and targeted measures. 4) Ultimately, potential strategies for mitigating mobility and accessibility poverty within the context of the Climate-Social Fund will be identified.

Methods & innovations:
EMORA is based on three methodological approaches: (1) literature-based research, (2) data-based analyses and (3) a stakeholder-based approach. These approaches are combined in order to record the various dimensions of mobility poverty and their links with energy poverty and to anchor them in an operational monitoring concept. The project pursues a comprehensive approach that builds on previous definitions and measurements of mobility and energy poverty from the literature and previous Austrian projects and further develops and specifies these.
A particular focus of EMORA is on identifying new criteria for recording mobility poverty and operationalising them using existing data sources, such as the Austria-wide consumer survey, mobility data and commuter statistics. Another innovation is the inclusion of micro-enterprises as a target group for mobility poverty. EMORA also utilises an inclusive approach by involving numerous relevant stakeholders and a scientific advisory board, which promotes broad acceptance, relevance and transferability of the measures. These approaches illustrate EMORA's innovative strength and its potential to develop sustainable solutions to the pressing challenges of mobility and energy poverty.