InnoFinBi
Innovative Finanzbildung für wirksame Jugendarmutsprävention - entwickelt mit Teil-Bedingungslosem Grundtaschengeld
| Programm / Ausschreibung | Wirksam Werden - Soziale Innovationen gegen Kinder- und Jugendarmut Ausschreibung 2023 | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.03.2025 | Projektende | 31.03.2026 |
| Zeitraum | 2025 - 2026 | Projektlaufzeit | 13 Monate |
| Keywords | |||
Projektbeschreibung
Finanzbildung trägt wesentlich zur Prävention von Verschuldung und (Vererbung von) Armut in Österreich bei. Bestehende Finanzbildungsangebote sind allerdings für armutsbetroffenen/-gefährdeten Jugendliche meist zu wenig niederschwellig und nicht anschlussfähig für deren Lebensrealität, in der sie im familiären Umfeld oft keinen nachhaltigen Umgang mit Geld lernen können. Außerdem gelingt das Anwenden von theoretischem Wissen im praktischen Alltag nur schwer, wenn nicht regelmäßig - zumindest kleinere - Geldbeträge zur Verfügung stehen, um Finanzkompetenz zu entwickeln.
Das Projekt InnoFinBi hat deshalb zum Ziel, niederschwellige/-re Finanzbildungsangebote partizipativ mit armutsbetroffenen/-gefährdeten Jugendlichen zu entwickeln. Praktisch erprobt werden entwickelte Lösungen von den Jugendlichen mit einem monatlich zur Verfügung gestellten (teil-)bedingungslosem Grundtaschengeld - die einzige Bedingung für den Erhalt ist die Mitwirkung an der Lösungsentwicklung und den Befragungen der begleitenden Wirkungsevaluierung. Als innovative Dienstleistung sollen die entwickelten Finanzbildungsangebote als nachhaltiges Mittel der Jugendarmutsprävention zur Erleichterung der Integration in die Gesellschaft und zur besseren Bewältigung des Lebens und von Krisen beitragen.
Endberichtkurzfassung
Das Projekt InnoFinBi („Innovative Finanzbildung für wirksame Jugendarmutsprävention“) entwickelte gemeinsam mit armutsbetroffenen bzw. -gefährdeten Jugendlichen niederschwellige Finanzbildungsangebote. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass bestehende Angebote oft zu wenig an der Lebensrealität der Zielgruppe anschließen. Deshalb wurden Jugendliche nicht nur im Zuge der Wirkungsevaluierung befragt, sondern als Expert*innen ihrer Lebenswelt aktiv in Problemanalyse, Ideenfindung, Auswahl und Testung von Lösungen eingebunden. Erprobt wurde dies in Verbindung mit einem monatlichen teil-bedingungslosen Grundtaschengeld, das praktische Lernerfahrungen ermöglichte (einzige Bedingung war das Einbringen der eigenen Erfahrungen im Projekt).
Insgesamt nahmen 25 Jugendliche am Projekt teil. Im Verlauf zeigte sich deutlich, dass Finanzbildung für diese Zielgruppe alltagsnah, verständlich, motivierend und stark beziehungsorientiert gestaltet sein muss. Besonders wichtig sind persönlicher Kontakt, einfache Sprache, flexible Formate, Teamarbeit und die Möglichkeit, eigenes Ausprobieren mit Reflexion zu verbinden. Reine digitale Angebote reichen nicht aus, können persönliche Begleitung aber sinnvoll ergänzen.
Als zentrales Projektergebnis entstand der Prototyp „FINEX – Financial Experience“: Ein Peer-Learning-Programm, in dem Jugendliche in kleinen Teams über mehrere Wochen alltagsnahe Challenges zu Geld und Finanzen bearbeiten. Der Testlauf zeigte eine hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden und deutliche Hinweise auf positive Wirkungen: Mehr Wissen über Sparmöglichkeiten, verbesserte Fähigkeiten im Umgang mit Geld, eine realistischere Einschätzung der eigenen finanziellen Situation, mehr wahrgenommene Handlungsspielräume sowie eine bewusstere Entscheidung über Ausgaben.
Gleichzeitig machte die Evaluation deutlich, dass belastende finanzielle Lebenslagen durch ein solches Projekt allein nicht aufgehoben werden können. Umso wichtiger sind persönliche Begleitung der Jugendlichen, zielgruppengerechte Rahmenbedingungen und eine weitere Anpassung des Programms. Insgesamt zeigt InnoFinBi, dass partizipativ entwickelte, lebensnahe Finanzbildung ein vielversprechender Ansatz der Jugendarmutsprävention ist. Die Weiterentwicklung und Übertragung von FINEX auf weitere Zielgruppen ist bereits vorgesehen.