SIC Austria
Safer Internet Centre Austria
| Programm / Ausschreibung | Digital Europe (FZÖ), Digital Europe FZOE 2023 (V), Nationale Ko-Finanzierung Digital Europe 4. Call | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.02.2024 | Projektende | 31.10.2025 |
| Zeitraum | 2024 - 2025 | Projektlaufzeit | 21 Monate |
| Keywords | Safer Internet; Medienkompetenz; Weiterbildung; | ||
Projektbeschreibung
Das Ziel des „Safer Internet Centre Austria: Saferinternet.at, Stopline und Rat auf Draht“ ist es, die Fortführung und Weiterentwicklung des bestehenden Safer Internet Zentrums (SIC) in Österreich durch eine nationale Plattform zu ermöglichen, die eng mit der Kerndienstplattform verbunden ist und eine Reihe von Safer Internet Diensten anbietet: 1. Ein Awareness Centre (Saferinternet.at), um Kinder, Eltern, Lehrer und andere Fachleute, die mit Kindern arbeiten, zu befähigen, mit Risiken umzugehen, denen sie bei Online-Aktivitäten begegnen können, und das Internet und seine Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen, aufbauend auf erweiterten digitalen Ressourcenzentren (Repositories), von denen aus spezifische Sensibilisierungsinstrumente, Ressourcen und Methoden in Zusammenarbeit mit Dritten (Schulen, Industrie und anderen Partnern) angepasst und eingesetzt werden. Saferinternet.at ist als organischer Knotenpunkt von Diensten integriert, die Kinder mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Schwachstellen unterstützen. Mit Hilfe einer Vielzahl von Jugendbeteiligungsaktivitäten werden das Wissen und die Erfahrungen von Minderjährigen im Umgang mit Online-Technologien gebündelt. 2. Eine Hotline (Stopline) für die Entgegennahme und Verwaltung von anonymen Meldungen und Daten über illegales Material über sexuellen Kindesmissbrauch (CSAM) und Nationalsozialismus (NS) im Internet, die Durchführung von Notice-and-Takedown-Verfahren mit den entsprechenden Internetanbietern und die Einspeisung in die von INHOPE und INTERPOL gemeinsam betriebene ICCAM-Datenbank. 3. Helpline-Dienste (Rat auf Draht), die Einzelgespräche per Telefon rund um die Uhr, Online-Beratung und Online-Chat-Dienste mit geschulten Helfern anbieten, um Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern Rat und Unterstützung zu geben.
Abstract
The objective of the "Safer Internet Centre Austria: Saferinternet.at, Stopline and Rat auf Draht" is to enable the continuation and further develop the existing Safer Internet Centre (SIC) in Austria, through a national platform closely linked to the Core Service Platform running a range of Safer Internet services by providing: 1. An awareness centre Saferinternet.at) for empowering children, parents and teachers and other professionals working with children to deal with risks they may encounter via online related activities and to make the best use of the internet and its opportunities, building on enhanced digital resource centres (repositories), from which specific awareness tools, resources and methods will be adapted and deployed, in cooperation with third parties (schools, industry and other partners). Saferinternet.at is integrated as an organic hub of services that support children with their specific needs and vulnerabilities. With the help of a variety of youth participation activities minors’ knowledge and experiences of using online technologies are pooled. 2. A hotline (Stopline) for receiving and managing anonymous reports and data on online illegal child sexual abuse material (CSAM) and national socialism (NS), conducting notice and takedown procedures with relevant ISPs and contributing to the ICCAM database jointly run by INHOPE and INTERPOL. 3. Helpline services (Rat auf Draht) that offer one-to-one conversations via telephone 24/7, online counselling and online chat services with trained helpers to give advice and support to children, young people and their parents.
Endberichtkurzfassung
Durch die Fortführung des Safer Internet Centre (SIC) Austria konnten wir die unterbrechungsfreie Verfügbarkeit aller Kernangebote – Awareness Centre (Saferinternet.at) , Hotline (Stopline) und Helpline (Rat auf Draht) – für die Zielgruppen Kinder und Jugendliche, Eltern, Pädagog:innen sowie Jugendarbeiter:innen sicherstellen.
Während der gesamten Projektlaufzeit wurden diese Angebote nicht nur kontinuierlich aufrechterhalten, sondern zeigten auch ein deutliches Wachstum sowie messbare positive Wirkungen.
Das Awareness Centre erweiterte seine Reichweite erheblich und verzeichnete 2,23 Millionen Website-Besuche , 295.000 Downloads von Online-Tools sowie mehr als 2.700 Medienberichte . Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung – darunter 5.600 Workshops mit 117.000 Teilnehmer:innen – trugen maßgeblich zur Stärkung digitaler Kompetenzen über alle Altersgruppen hinweg bei. Aktualisierte und neu entwickelte Bildungsmaterialien – darunter 16 überarbeitete Folder , zahlreiche Lehrmaterialien, spezielle Materialien für besonders schutzbedürftige Kinder sowie mehr als 30 Videos für Eltern – verbesserten Qualität und Zugänglichkeit der Informationen zur Online-Sicherheit. Die jährlichen Safer-Internet-Day-Kampagnen erzielten eine hohe Sichtbarkeit, unterstützt durch bis zu 478 Medienberichte und nahezu 100 registrierte nationale Aktivitäten pro Jahr .
Die Hotline Stopline setzte ihre zentrale Rolle im Kampf gegen illegale Online-Inhalte fort. Im Projektzeitraum gingen 156.348 Meldungen ein, von denen 48.998 als illegal eingestuft wurden – überwiegend Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) . 41.552 CSAM-Meldungen wurden in ICCAM eingebracht, und sämtliche in Österreich gehosteten illegalen Inhalte ( 2.480 Fälle ) wurden rasch entfernt – in der Regel innerhalb weniger Stunden. Die zunehmende Sichtbarkeit der Stopline spiegelte sich in umfangreicher Medienberichterstattung sowie einer verstärkten Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern wider.
Die Helpline Rat auf Draht bot wichtige psychosoziale Unterstützung und Beratung zu digitalen Themen und verzeichnete 1.432 Beratungsgespräche im Zusammenhang mit Safer-Internet-Themen. Die Beratungen wurden intensiver und dauerten länger, was auf eine steigende psychische Belastung junger Menschen hinweist. Die Einbindung des Angebots in das Trusted-Flagger-System der EU im Rahmen des Digital Services Act verbesserte zudem die zeitnahe Meldung und Entfernung schädlicher Online-Inhalte. Umfassende Medienkooperationen – darunter bis zu 13 TV-/Radio-Beiträge pro Monat sowie eine enge Partnerschaft mit dem ORF – sorgten für eine breite nationale Reichweite und hohe Sichtbarkeit.
Über alle drei Bereiche hinweg wurde die europäische Dimension des Projekts nicht nur aufrechterhalten, sondern weiter ausgebaut. SIC Austria beteiligte sich aktiv an EU-weiten Netzwerken ( Insafe, INHOPE ), arbeitete in politikrelevanten Arbeitsgruppen mit, unterstützte das Safer Internet Forum und beteiligte sich an EU-Kampagnen wie AdWiseOnline , MediaSmartOnline und #Back2School . Die Beteiligung junger Menschen wurde durch 29 geschulte Jugendexpert:innen , 16 Austauschformate , die Einbindung in Veranstaltungen auf EU-Ebene sowie zwei Ausgaben des Youth Internet Monitor weiter gestärkt.
Insgesamt erzielte das Projekt substantielle und messbare Ergebnisse : Die Online-Sicherheitskompetenzen wurden verbessert, die nationale Handlungsfähigkeit im Umgang mit illegalen Inhalten gestärkt, psychosoziale Unterstützungssysteme ausgebaut und ein aktiver Beitrag zu den europäischen Safer-Internet-Zielen geleistet. Der fortgesetzte Betrieb aller SIC-Komponenten bewirkte nachhaltige Effekte, stärkte die sektorübergreifende Zusammenarbeit und schuf eine solide Grundlage für weitere Innovationen und langfristige Nachhaltigkeit zur Förderung eines sichereren digitalen Umfelds für Kinder und Jugendliche in Österreich.