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GRÜLA

Grüner Laden - Produkte und Dienstleistungen für urbane Klimawandelanpassung als kooperativer,Systemhändler

Programm / Ausschreibung IWI 24/26, IWI 24/26, Impact Innovation Ausschreibung 2024 Status laufend
Projektstart 01.07.2024 Projektende 31.12.2025
Zeitraum 2024 - 2025 Projektlaufzeit 18 Monate
Projektförderung € 75.000
Keywords

Projektbeschreibung

Raschere und effizientere Umsetzung von Klimawandelanpassungmaßnahmen indem es vorhandene und/oder demonstrierte Lösungen vereint und den Austausch am Markt zwischen Kund:innen und Anbieter:innen deutlich vereinfacht. 

Dies soll mit Hilfe einer Prozess-und Organisationsinnovation auf Anbieterseite geschehen, die unterschiedliche Marktteilnehmer im Rahmen eines Unternehmensnetzwerks als One-Stop Shop zusammenführt und den gesamten (Wirkungs-)Markt damit verbessert indem er ihn auf Anbieterseite vereinfacht und damit fit für die zu erwartenden Wachstumraten für die planerische und bauliche Umsetzung von Klimawandelanpassungsmaßnahmen im urbanen Raum macht.

Endberichtkurzfassung

Die Grundidee des Grünen Ladens zur Zeit der Antragsstellung des vorliegenden Projektes ist von der These ausgegangen, dass es eine unternehmerische Zusammenführung von Innovatioven Produkten für Klimawandelanpassung im Bereich der grünen und blauen Infrastruktur geben sollte. Einerseits um die Komplexität von Wirkung und Umsetzung von auf den Markt befindlichen Produkten und Services für die KundInnenseite zu reduzieren. Und andererseits, um durch Kooperation für die AnbiertInnen einen größeren Markt insgesamt zu schaffen. Nach mehreren iterativen Herangehensweisen mit dem Projekt wurde klar, dass eine unternehmerische Zusammenführung auf Anbieterseite bei weitem nicht ausreicht. Sondern dass nur eine organisatorische Umsetzungsbegleitung für Stadttransformationsprozesse (Komplexitätsreduktion auf KundInnenseite) sowie Finanzierungslösungen (Produktverkaufsmöglichkeiten für AnbieterInnen) einen solchen Mehrwert für alle schaffen kann. Die Idee des Grünen Ladens hat sich also dadurch erweitert. Herzstück der Konzeptentwicklung ist somit eine Organistionsinnovation und eine Finanzinnovation geworden. Diese bezeichnen wir als öko-soziale Stadterneuerungsanleihe. Und diese wird über den Grünen Laden initiiert und gemanagt.



Die öko-soziale Stadterneuerungsanleihe ist eine stadtteilbezogene Finanz- und Prozessinnovation. Ziel ist es, ganzheitliche, umfassende sowie liegenschafts- und eigentumsübergreifende Stadttransformation auf Quartiersebene überhaupt erst zu ermöglichen.
Dies geschieht, indem einerseits planerisch-organisatorische Komplexität von den Schultern einzelner Akteur:innen genommen und auf eine gemeinsame Organisationseinheit übertragen wird – den Stadtteiltransformer oder dem Grünen Laden. Andererseits werden klassische Finanzierungsinstrumente mit dem Instrument der „Environmental Impact Bonds“ – also einer wirkungsbasierten Finanzierung – ergänzt. Diese Mischfinanzierung (bzw. das Blended-Finance-Konzept) wird über den Stadtteiltransformer mitorganisiert. Durch die ganzheitliche Quartiersplanung können die gemeinsam ausverhandelten Maßnahmensets sektor- und siloübergreifend umgesetzt und finanziert werden und so erst ihre optimalen Wirkungen erzielen. Aufgrund der vorliegenden Prozess- und Finanzinnovation können aus einer Vielzahl an verschiedenen am Markt befindlichen Produkten und Dienstleistungen jene für die lokale Transformation bestmöglich umsetzbaren verknüpft, sowie gemeinsam umgesetzt und gemanagt werden.
Insgesamt entstehen neue Businessoptionen sowie geringere Investitions- und Kreditkosten für die öffentliche Hand. Ähnlich wie beim Konzept einer Baugruppengemeinschaft entsteht für alle Beteiligten ein gemeinsames Eigeninteresse. Im Gegensatz zu einer Baugruppe ist das zentrale Ziel jedoch die gemeinsam festgelegte, physische Wirkung (zb Reduktion °C).
Die sozio-ökologische Stadtanleihe besteht aus vier Phasen
Phase 0: Co-kreative, sektor- und siloübergreifende Masterplanung auf Nachbarschaftsebene
Diese umfasst die Entwicklungsvision der lokalen Stadtgemeinde sowie einen groben Vorentwurf für Verkehrsplanung, Freiraumplanung und Energieraumplanung und der zu erzielenden Wirkungsziele.
Phase 1: Organisations und Planungsphase
Aufbauend auf Phase 0 können Maßnahmen definiert werden und erste Kostenentwürfe erstellt werden.
Eine temporäre Entwicklungsgesellschaft, der Stadtteiltransformer, wird eingesetzt. Dieser organisiert den Masterplan, koordiniert die Prozesse und definiert Finanzierungen, Finanzinstrumente sowie Geschäftsmodelle.
Phase 2: Bauliche Umsetzung der Maßnahmen, Evaluierung der Wirkungen durch den Stadtteiltransformer
Beauftragung und Organisation der baulichen Umsetzungen der in Phase 0 und 1 ausverhandelten Maßnahmen. Die Stadtteiltransformation findet statt.
Gleichzeitig erfolgt die Beauftragung der Wirkungsevaluierung durch unabhängige Evaluatoren
Phase 3: Zahlungsflüsse, Bonuszahlungen, Management der Maßnahmen
Management der Maßnahmenentwicklung bis zur vollständigen Entfaltung der vertraglich vereinbarten Wirkung. Management der finanziellen Zahlungsflüsse der Stadtanleihe
Ergebnis: Alle ziehen an einem Strang, da die Erreichung der Transformationswirkung im Eigeninteresse aller ist

Mehrwert

Mehrwert: Ganzheitliche Herangehensweise an einen Stadtteil
Durch die Phase 0 können Klimawandelanpassungs-und -schutzmaßnahmen überhaupt erst in ihrer möglichst optimalen Wirkung planerisch gedacht werden.

Mehrwert :

Environmental Impact bonds_die öko-soziale Stadterneuerungsanleihe
Private Investor:innen stellen einen Teil der Finanzierung bereit, um Maßnahmen umzusetzen. Die öffentliche Hand oder definierte Businessmodelle zahlen den investierten Betrag später zurück – aber nur dann in voller Höhe oder mit höheren Bonuszahlungen, wenn messbare ökologische und soziale Verbesserungen tatsächlich erreicht werden. Damit ist mindestens die Höhe der Bonuszahlung von der Erreichung der Wirkung abhängig.
Finanzierungsmix : Klassische Finanzierungen, Kredite, Eigenmittel etc werden mit den Impact Bonds ergänzt.
In der Praxis bedeutet das: Fördermittel und öffentliche Mittel werden durch privates Kapital ergänzt. Dadurch können Transformationsprojekte schneller starten, als es mit rein öffentlichen Budgets möglich wäre. Gleichzeitig wird das Risiko reduziert, weil Rückzahlungen an den tatsächlichen Wirkungserfolg der Maßnahmen gekoppelt sind.
Stadtteiltransformer als übergeordnete Entwicklungs-und Organisationseinheit
Zusätzlich zu ähnlich ganzheitlichen Ansätzen – wie zb klima konkret – wird die Organisation der vielen Einzelmaßnahmen im Stadtteiltransformer in einer stadtteilbezogenen Entwicklungsgesellschaft gebündelt.