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KNFP Zwettl

Klimaneutralitätsfahrplan Zwettl

Programm / Ausschreibung Smart Cities, TLKNS, Transformative Lösungen für Klimaneutrale Städte 2023 Status laufend
Projektstart 01.06.2024 Projektende 30.11.2025
Zeitraum 2024 - 2025 Projektlaufzeit 18 Monate
Keywords Klimawandel, Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Energiewende, Partizipation

Projektbeschreibung

Ausgangssituation: Die Welt befindet sich in einer Klimakrise und der menschliche Einfluss auf die Klimaentwicklung ist hinlänglich bekannt und wissenschaftlich belegt. Die Republik Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Dazu braucht es auch auf kommunaler Ebene ambitionierte Ziele. In Anbetracht dieser Entwicklung hat sich die Stadtgemeinde Zwettl daher dazu entschlossen aktiv zu werden, mit dem ambitionierten Ziel bis 2035 Klimaneutral zu sein.

Ziele und Innovationsgehalt: Ziel des geplanten Projekts ist es, gemeinsam mit den relevanten Akteuren, der Stadtverwaltung sowie der breiten Öffentlichkeit einen Klimaneutralitätsfahrplans für Zwettl zu entwickeln, der einen klaren und umsetzbaren Weg für die Stadtgemeinde aufzeigt, bis 2035 Klimaneutral zu werden. Dabei werden unter anderem folgende Subziele verfolgt:
1. Gemeinsame Entwicklung einer Vision bzw. Strategie für ein klimaneutrales Zwettl sowie Ableitung von messbaren Zielen mit allen relevanten Akteuren und begleitet von einem umfassenden Stakeholder-Begleitprozess
2. Einbindung der Stadtverwaltung sowie der relevanten Akteur:innen im städtischen Kontext um das größtmögliche Commitment zu erhalten und die Umsetzung der sicherzustellen
3. laufende Einbindung aller identifizierten Akteur:innen, die für die Umsetzung von Maßnahmen innerhalb und außerhalb des städtischen Handlungsspielraums erforderlich sind, sowie der breiten Öffentlichkeit, um Akzeptanz der erarbeiteten Maßnahmen und Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Umsetzung zu maximieren
4. einstimmiger Beschluss des Klimaneutralitätsfahrplan des Gemeinderats soll dem darüber hinaus auch offiziell als zentrales Dokument legitimieren.

Angestrebte Ergebnisse bzw. Erkenntnisse: Das zentrale Ergebnis des Projekts ist ein Klimaneutralitätsfahrplan für Zwettl, der unter anderem folgende Themen umfasst:
1. konkrete, umsetzbare kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen inkl. einer exakten und umfassenden Beschreibung anhand von vorgegebenen Kriterien wie z. B. Zielbeitrag, betroffene Akteur:innen, Umsetzungskosten, Finanzierungsbedarf, CO2-Einsparungspotenzial,…
2. aufeinander abgestimmter Umsetzungsplan, inkl. möglicher Finanzierungsoptionen für die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen
3. notwendige Anpassungen bzw. Neugestaltungen von Verwaltungsprozessen und –strukturen, um eine Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen nicht unnötig zu verzögern bzw. zu verhindern bzw. darüber hinaus Klimaneutralität zentral und umfassend zu verankern

Damit steht der Stadtgemeinde erstmal ein umsetzbarer Fahrplan für den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter zur Verfügung. Dieser bzw. die darin empfohlenen Maßnahmen bilden den Rahmen bzw. die Grundlage für zukünftige politische Entscheidungen und Beschlüsse am Weg zur Klimaneutralität.

Darüber hinaus wird eine Weiterführungsstrategie erarbeitet, mit dem Ziel mittels einer dynamischen Monitoring- und Evaluierungsmethode die Umsetzung der im Klimaneutralitätsfahrplan enthaltenen Maßnahmen laufend und regelmäßig zu evaluieren und damit die Umsetzung dieser Maßnahmen sicherzustellen.

Abstract

Initial Situation: The world is facing a climate crisis, and human influence on climate development is well-known and scientifically documented. The Republic of Austria has set the goal of becoming climate-neutral by 2040 at the latest. This also requires ambitious goals at the municipal level. In light of this development, the municipality of Zwettl has therefore decided to take action, with the ambitious goal of becoming climate-neutral by 2035.

Objectives and Innovative Content: The aim of the planned project is to develop a climate neutrality roadmap for Zwettl together with relevant stakeholders, the city administration, and the general public. This roadmap will provide a clear and actionable path for the municipality to achieve climate neutrality by 2035. The following sub-goals are pursued:
1. Collaborative development of a vision or strategy for a climate-neutral Zwettl, along with measurable goals involving all relevant stakeholders, accompanied by a comprehensive stakeholder engagement process.
2. Involvement of the city administration and relevant stakeholders in the urban context to ensure maximum commitment and implementation.
3. Ongoing involvement of all identified stakeholders necessary for implementing measures within and outside the city's scope of action, as well as the general public, to maximize acceptance of the developed measures and willingness to participate in their implementation.
4. Unanimous approval of the Climate Neutrality Roadmap by the City Council to officially legitimize it as a central document.

Expected Results or Findings: The central result of the project is a Climate Neutrality Roadmap for Zwettl, including the following topics:
1. Concrete, actionable short-, medium-, and long-term measures, including an exact and comprehensive description based on predefined criteria such as goal contribution, involved stakeholders, implementation costs, financing needs, CO2 reduction potential, etc.
2. Coordinated implementation plan, including possible financing options for short- and medium-term measures.
3. Necessary adjustments or redesigns of administrative processes and structures to avoid unnecessary delays or hindrances in implementing the developed measures and to centrally and comprehensively anchor climate neutrality.

This provides the municipality with an actionable roadmap for transitioning away from the fossil age. This, along with the recommended measures, forms the framework or basis for future political decisions and resolutions on the path to climate neutrality.

Additionally, a follow-up strategy will be developed with the aim of continuously and regularly evaluating the implementation of measures contained in the Climate Neutrality Roadmap through a dynamic monitoring and evaluation method, thus ensuring the implementation of these measures.

Endberichtkurzfassung

Einleitung
Zwettl hat mit dem Klimaneutralitätsfahrplan einen klaren, strukturierten Transformationsweg definiert, der technische, organisatorische und gesellschaftliche Maßnahmen verbindet. Die Stadt setzt damit ein starkes Zeichen: Die Klimaneutralität bis 2040 soll nicht nur technisch erreichbar sein, sondern durch messbare Fortschritte und breite Beteiligung verankert werden. Der Fahrplan versteht sich als lernendes System – flexibel, anpassbar und transparent kommuniziert.

Warum Zwettl einen Fahrplan braucht
Der Klimawandel beein?usst bereits heute Infrastruktur, Mobilität, Energieversorgung und Lebensqualität. Zwettl reagiert darauf mit einer Gesamtstrategie, die Effizienz, erneuerbare Energie und nachhaltige Mobilität miteinander verschränkt. Der KNFP schafft Orientierung für künftige Investitionen, verhindert isolierte Maßnahmen und stärkt die regionale Resilienz.

Ausgangslage der Stadt
Die groß?ächige Struktur Zwettls (256 km²), kombiniert mit dezentralem Gebäudebestand und starkem Pendlerverkehr, stellt hohe Anforderungen an Wärmeversorgung und Mobilität. Gleichzeitig verfügt Zwettl über starke Potenziale: Biomasse, Photovoltaik?ächen, lokale Energiegemeinschaften und ein aktives kommunales Netzwerk. Diese Kombination macht Zwettl zu einer Modellregion für ländliche Klimaneutralität.

Strategische Ziele der Klimaneutralität

• Klimaneutralität bis 2040 im kommunalen Wirkungsbereich
• Sanierung und Dekarbonisierung aller relevanten Gemeindeliegenschaften
• Ausbau erneuerbarer Energie auf mindestens 1 MWp PV
• vollständige Elektrifizierung des Gemeindefuhrparks bis 2040
• Aufbau langfristiger Governance-Strukturen (Klimaansprechstelle, Kernteam Klimaneutralität, Prozesse, Monitoring)
• aktive Einbindung von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Bürger:innen

Die sieben Handlungsfelder – Der Kern des Fahrplans
1. Gebäude & Energie – Effizienzsteigerung, Sanierungsfahrplan, PV-Ausbau, erneuerbare Wärme
2. Mobilität – E-Fuhrpark, Ladeinfrastruktur, Fuß- und Radwege, betriebliche Mobilitätsplanung
3. Governance – Klimaansprechstelle, Kernteam Klimaneutralität, Verwaltungsprozesse
4. Kommunikation – Klimafreitage auf Social Media, Öffentlichkeitsarbeit, Förderberatung
5. Wirtschaft – Kooperationsprojekte, Unternehmensstammtisch, Innovationspartnerschaften
6. Stadtplanung – Integration von Klimazielen in Widmung und langfristige Infrastrukturplanung
7. Natur & Lebensraum – Biodiversität, Begrünung, Hitzereduktion, Wassermanagement

Gebäude & Energie – Das stärkste Reduktionspotenzial
Der kommunale Gebäudebestand ist der wichtigste Hebel zur Emissionsminderung. Der erarbeitete Sanierungsfahrplan priorisiert Gebäude nach energetischem Zustand, Wirtschaftlichkeit und öffentlicher Nutzung. Parallel wird der PV-Ausbau systematisch auf kommunalen Dach?ächen vorangetrieben. Die Umstellung auf erneuerbare Wärme erfolgt schrittweise und datenbasiert.

Mobilität – Ein zentrales Zukunftsthema
Zwettls Mobilitätsstrategie setzt auf eine Kombination aus Infrastruktur und Verhalten: Ladepunkte, E-Fahrzeuge, sichere Schulwege, betriebliche Mobilitätskonzepte und Anreize für Alltagsradverkehr. Der Pendlerverkehr bleibt ein zentrales Arbeitsfeld, das durch Beratungen und alternative Mobilitätsangebote gezielt beeinflusst wird.

Ergebnisse des Projekts – Auf einen Blick

• gesamter Maßnahmenplan 2025–2040
• CO2-Reduktionspotenzial: 750–900 Tonnen pro Jahr
• Monitoring-Tool mit klaren KPIs
• politisch beschlossene Klimastruktur in der Verwaltung
• starke Bürger:innen- und Unternehmensbeteiligung
• Stärkung der lokalen Energiegemeinschaften
• Stärkung der kommunalen Investitionsplanung durch Fördermanagement

Governance – Die Basis für langfristige Umsetzung
Die Klimaansprechstelle im Stadtamt und das Kernteam Klimaneutralität werden künftig Klimaschutz in allen Verwaltungsbereichen verankern. Regelmäßige Abstimmungen, klare Zuständigkeiten und interne Leitlinien sichern Transparenz. Ein professionelles Fördermanagement ermöglicht es, Maßnahmen effizient und finanziell abgesichert umzusetzen.

Monitoring – Transparenz als Steuerungsinstrument
Zwettl arbeitet künftig mit einem Indikatorenset, das Energieverbrauch, PV-Ausbau, Sanierungsquote, Flottenentwicklung, CO2-Emissionen und Beteiligung erfasst. Der Gemeinderat erhält regelmäßig Fortschrittsberichte, die auch öffentlich kommuniziert werden sollen.

Ausblick 2025–2040 – Der Weg nach vorne

Die Entwicklung erfolgt in drei Phasen:
2025–2030 – Sanieren, elektrifizieren, PV ausbauen, Mobilität neu gestalten, Daten digitalisieren
2030–2035 – Stadtplanung vertiefen, Wirtschaft integrieren, Energie- und Mobilitätsnetze verzahnen
2035–2040 – Vollständige emissionsfreie Gemeindestrukturen, starke Energiegemeinschaften, öffentliche Klimaberichte und digitale Steuerungssysteme.

Langfristige Wirkung für Zwettl
Der Klimaneutralitätsfahrplan steigert regionale Wertschöpfung, senkt laufende Kosten, stärkt Versorgungssicherheit und erhöht die Lebensqualität. Zwettl wird damit zu einem sichtbaren Vorbild für klimaneutrale Entwicklung im ländlichen Raum Österreichs.