VER-PrIns

Vorgehensmodell zur Einführung und quantitativen Reifegradbewertung einer präskriptiven Instandhaltungsstrategie

Programm / Ausschreibung FORPA, Forschungspartnerschaften NATS/Ö-Fonds, FORPA NFTE2018 Status laufend
Projektstart 01.01.2019 Projektende 31.12.2020
Zeitraum 2019 - 2020 Projektlaufzeit 24 Monate
Keywords Instandhaltungsstrategien, Data Analytics, Reifegrad

Projektbeschreibung

Ausgangssituation, Problematik und Motivation zur Durchführung des Dissertationsprojekts:

Die produzierende Industrie sieht sich aufgrund der digitalen Transformation mit der zentralen Herausforderung konfrontiert, die Instandhaltung an neuartige und komplexe Anforderungen der Digitalisierung anzupassen. Es besteht speziell die Notwendigkeit, derzeit überwiegend klassisch ausgerichtete Instandhaltungsorganisationen, -strategien und -systeme in Richtung prädiktiver sowie präskriptiver Instandhaltungskonzepte weiterzuentwickeln. Obwohl gerade dieses Themenfeld in den kommenden drei Jahren mit 79% als das wichtigste Anwendungsfeld im Bereich „Industrial Analytics“ gilt (vgl. Lueth et al., 2016), nutzen derzeit nur rund 20% produzierender Unternehmen einzelne Anwendungen im Bereich der prädiktiven bzw. präskriptiven Instandhaltung (vgl. St. Gallen, 2016). Die Gründe hierfür sind vielfältig: Im wissenschaftlichen Kontext wird auf die fehlende Anwendbarkeit akademischer Entscheidungsunterstützungsmodelle in der industriellen Praxis, veraltete Prozessmodelle zur Datenanalyse sowie auf vage Leitlinien zur prädiktiven und präskriptiven Instandhaltung hingewiesen. Einzelne Methoden zur Minderung dieser Probleme werden in aktuellen Veröffentlichungen (bspw. von Wang et al, 2017 oder Abramovici et al., 2017) aufgezeigt, es fehlt jedoch ein ganzheitlicher, integrierter Ansatz.

Ziele und Innovationsgehalt gegenüber dem Stand der Technik/Stand des Wissens:

Der Innovationsgehalt stellt sich durch die systematische Verknüpfung der drei Research Streams Wissensbasierte Instandhaltung, Entscheidungsunterstützungs- und Reifegradmodelle in der Instandhaltung mittels eines Vorgehensmodells dar. Durch Anwendung des Modells wird eine signifikante Reduktion ungeplanter Maschinenstillstände um bis zu 50% erreicht, sodass sich eine Erhöhung der Informationsqualität und Entscheidungsfähigkeit des Instandhaltungsplaners um bis zu 30% und eine Entlastung des operativen Instandhaltungs-personals ergibt.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse:

Ergebnis ist ein multidimensionales Vorgehensmodell zur Einführung und quantitativen Reifegradbewertung einer präskriptiven Instandhaltungsstrategie. Das Modell wird in ein Excel-basiertes Berechnungstool überführt und hinsichtlich dessen Effektivität sowie Effizienz auf die operative, taktische und strategische Instandhaltungsebene im industriellen Kontext eines KMU sowie großem Unternehmens ermittelt und methodisch gegenübergestellt.