SI-ALT

Polizei und Alter: Stärkung der subjektiven Sicherheit älterer und hochaltriger Frauen und Männer im öffentlichen Raum

Programm / Ausschreibung KIRAS, F&E-Dienstleistungen, KIRAS F&E-Dienstleistungen 2015 Status abgeschlossen
Projektstart 01.10.2016 Projektende 31.05.2018
Zeitraum 2016 - 2018 Projektlaufzeit 20 Monate
Keywords

Projektbeschreibung

Das Projekt SI-ALT ist im Bereich „2.3.1 Inhaltliche Schwerpunkte sicherheitspolitischer Sicht – 2. Demographischer Wandel/Alterung und Sicherheit“ (Ausschreibungsleitfaden S. 24) angesiedelt.

Das Projekt SI-ALT beschäftigt sich mit neuen Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel und die wachsende Alterung der Gesellschaft auf PolizistInnen (und andere SicherheitsakteurInnen) in den nächsten Jahrzehnten zukommen werden.

In Österreich liegt der Anteil an Menschen im Alter von 50 Jahren oder älter bei 38,3%, der Anteil der Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter bei 18,3% (Statistik Austria, 2014). Diese Anteile werden bis 2030 voraussichtlich auf 43,4% (50+) bzw. 23,6% (65+) steigen (ebd.). Bei „den“ älteren und hochaltrigen Frauen und Männern handelt es sich aber nicht um eine homogene Zielgruppe, an die sich PolizistInnen mit einer einheitlichen Präventions- und Kommunikationsstrategie im öffentlichen Raum wenden können, sondern um eine intern sehr stark differenzierte Gruppe, die zwar gewisse Charakteristika miteinander teilen, sich jedoch in ihren Bedürfnissen, in ihren Lebensstilen und schlussendlich in ihrem subjektiven Sicherheitsempfinden stark unterscheiden.

Obwohl die objektive Sicherheit im Sinne des Rückgangs von Straftaten steigt, spiegeln sich diese Entwicklungen nicht immer in der subjektiven Einschätzung der Bevölkerung wider. Obwohl in Österreich mehrere (nationale und internationale) Befragungen, die sich dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beschäftigen, durchgeführt wurden und werden, ist wenig darüber bekannt, wie sich die subjektive Sicherheitswahrnehmung älterer und hochaltriger Frauen und Männer im Detail darstellt und wie die älteren Bevölkerungsgruppen in der Polizeiarbeit bestmöglich berücksichtigt werden können. Insbesondere berücksichtigen bisherige Studien weder methodisch noch in der Auswertung der Daten die große Heterogenität innerhalb der Gruppe der älteren Frauen und Männer.

Diese Forschungslücke will SI-ALT schließen, indem durch quantitative und qualitative Erhebungen in drei – mit dem Bundesministerium für Inneres vereinbarten – Pilotregionen mit unterschiedlicher Besiedelungsdichte die Sichtweisen älterer und hochaltriger Frauen und Männer als auch jene von PolizistInnen zum Thema Sicherheit im öffentlichen Raum erhoben werden. Auf Basis dieser partizipativen Erhebungen werden im Projekt SI-ALT folgende Produkte entwickelt, die einen wertvollen Beitrag zur Präventions- und Kommunikationsarbeit und zum Umgang von PolizistInnen mit älteren und hochaltrigen Menschen leisten:


• ein Barometer zur Darstellung der objektiven Sicherheitslage und der subjektiven Sicherheitswahrnehmung älterer und hochaltriger Frauen und Männer
• ein Leitfaden zur Sensibilisierung von PolizistInnen für neue Bilder des Alter(n)s und zur Darstellung der Bedürfnisse, Risiken und Irritationen einer heterogenen Zielgruppe im öffentlichen Raum und
• ein Curriculum für die polizeiliche Aus- und Fortbildung zur Stärkung der Präventions- und Kommunikationsarbeit für den polizeilichen Alltag, das PolizistInnen in ihrer Handlungssicherheit im Umgang mit älteren und hochaltrigen Frauen und Männern unterstützen soll.

Das Bundesministerium für Inneres unterstützt das Forschungsvorhaben durch eine Projektpartnerschaft (siehe dazu beiliegenden MoU im Anhang). Darüber hinausgehend wurde vom Institut für Wissenschaft und Forschung der Sicherheitsakademie der dringende Bedarf angemeldet, die qualitative und quantitative Erhebung in drei Pilotregionen mit unterschiedlicher Besiedelungsdichte durchzuführen und das entwickelte Curriculum in der polizeilichen Grundausbildung zu testen.

Das Projekt SI-ALT wird vom Netzwerk Sicherheitsforschung (queraum. kultur- und sozialforschung & Wirtschaftsuniversität Wien – Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden) in Kooperation mit der Universität Wien – Institut für Soziologie (Schwerpunkt Sozialgerontologie) und dem BM.I umgesetzt.

Abstract

The Project SI-ALT is located in the section “2. Social harmony/resilience – 2.2. demographic change/aging and security” (submission guideline p. 21) .
Due to the demographic change and the aging of society, the police and other security actors are confronted with new challenges in public space within the next years.

In Austria, the proportion of people aged 50 years or older is 38.3%, the proportion of people aged 65 years or older is 18.3% (Statistik Austria, 2014). These proportions are expected to increase till 2030 up to 43.4% (50+) and 23.6% (65 +). But the old and older men and women are not a homogeneous target group towards which police officers can address an uniform prevention and communication strategy in public space. Old and older people are internally a very strongly differentiated group, although they share certain characteristics with each other, but differ greatly in their subjective perception of security, in their needs and their lifestyles.
Although the objective security increases, meaning the decline of crime, these trends do not always effect the subjective perception of the population.

Although in Austria several (national and international) surveys were carried out on the subjective sense of security of the population, little is known about the subjective security perception of old and older men and women and how the older age groups can be well addressed by police work. In particular, previous studies do not take into account the heterogeneity within the group of old and older women and men.

The project SI-ALT wants to close this research gap by quantitative and qualitative research on subjective (in-)securities of old and very old women and men as well as on the perspectives of police officers. The study will be conducted in three pilot regions, which will be selected in accordance with the Federal Ministry of Internal Affairs. On the basis of the collected data, the project team will develop products for a valuable contribution to the prevention and communication activities and the behaviour of police officers towards old and very old people.

The project SI -ALT will develop the following three products based on the research results:
• A barometer for the portrayal and analysis of the objective security situation and the subjective perception of security of old and very old men and women
• A guide to sensitize police officers (and other security actors) for new pictures of “aging” and to represent the needs, risks and irritations of a heterogeneous target group in public space and
• A curriculum for police education and training to strengthen the communication work for police officers in their everyday work. This curriculum will assist police officers in dealing with the needs of old and very old men and women.

The Federal Ministry of Internal Affaires supports the research project as a project partner (see accompanying MoU). Beyond that the institute for science and research of the security academy (SIAK) announced an urgent need to conduct the qualitative and quantitative research in three pilot regions with different population densities and also to test the developed curriculum in the police education and training.