NETTØSKILLS
NETTØSKILLS - Qualifizierung für Net-Zero-Gebäude
| Programm / Ausschreibung | Humanpotenzial 24/26, Qualifizierungsprojekte, Qualifizierungsprojekte 2025 | Status | laufend |
|---|---|---|---|
| Projektstart | 01.07.2026 | Projektende | 30.09.2027 |
| Zeitraum | 2026 - 2027 | Projektlaufzeit | 15 Monate |
| Barwert der Projektförderung | € 185.453 | ||
| Keywords | Klimaschutz, Klimaneutralität, Ökobilanzierung, Life Cycle Analysis | ||
Projektbeschreibung
Der Gebäudesektor zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen und steht im Zentrum nationaler und europäischer Klimastrategien. Mit der Novellierung der EPBD, der EU-Taxonomie sowie der absehbaren Verpflichtung zum Nachweis von Lebenszyklusemissionen (LC-GWP) ab 2028 steigen die Anforderungen an Planung, Entwurf und Dokumentation deutlich. Architekturbüros und planende KMUs nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, da wesentliche klima- und ressourcenrelevante Entscheidungen bereits in frühen Entwurfsphasen getroffen werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote die zunehmende Komplexität klimaneutralen, digitalen und zirkulären Bauens bislang nur unzureichend abdecken.
Voranalysen und Gespräche mit Akteur*innen aus Praxis, Forschung und Verwaltung verdeutlichen eine zentrale Diskrepanz: Während ein hoher Veränderungswille und ein klares Bekenntnis zu klimaneutralem Bauen vorhanden sind, fehlen in vielen Büros die notwendigen Kompetenzen, um ökologische Zielwerte systematisch, datenbasiert und integrierbar in den Planungsprozess zu steuern. Insbesondere Defizite in der LCA-Methodik, der digitalen Ökobilanzierung, der Bewertung grauer Emissionen, der Kreislaufwirtschaft sowie in regulatorischer Sicherheit erschweren eine wirksame Umsetzung. Nachhaltigkeit wird dadurch häufig erst im Rahmen von Zertifizierungen oder Förderanforderungen adressiert, anstatt als aktives Entwurfs- und Entscheidungsinstrument genutzt zu werden. Genau hier setzt das Projekt an.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und Verstetigung eines praxisnahen, modularen Qualifizierungsprogramms für klimaneutrales, zirkuläres und digitales Bauen mit Fokus auf Architekturbüros und planende KMUs. Aufbauend auf einer empirisch fundierten Bedarfsanalyse wird ein validiertes Kompetenzprofil entwickelt, das als normativer Referenzrahmen für die Curriculumsentwicklung dient.
Der Innovationsgehalt liegt in der konsequenten Verknüpfung von Entwurf, Digitalisierung und Ökobilanzierung: LCA wird nicht als nachgelagerte Nachweislogik, sondern als integraler Bestandteil früher Planungs- und Entscheidungsprozesse vermittelt. Durch die Kombination von digitalen Planungsworkflows (BIM), lebenszyklusbasierter Bewertung, Variantenvergleichen und kreislauffähigen Entwurfsstrategien entsteht ein neues, anwendungsorientiertes Lernformat. Ein hybrides Lehrgangsdesign, gendersensible Didaktik sowie die enge Einbindung realer Pilotprojekte erhöhen Praxisnähe, Zugänglichkeit und Übertragbarkeit.
Als Ergebnis entsteht ein erprobter Pilotlehrgang mit messbarem Kompetenzzuwachs der Teilnehmenden sowie ein offen zugängliches Curriculum inklusive Handbuch und Transferkonzept. Die Teilnehmenden sind befähigt, CO₂-relevante Entwurfsentscheidungen frühzeitig zu treffen, Emissionen systematisch zu reduzieren und regulatorische Anforderungen sicher zu erfüllen. Darüber hinaus liefert das Projekt belastbare Erkenntnisse zur Wirksamkeit von LCA-gestützten, digitalen Qualifizierungsformaten, zur Integration in bestehende Planungsprozesse sowie zu Erfolgsfaktoren für die dauerhafte Verankerung klimaneutralen Bauens in Praxis und Ausbildung. Damit leistet das Projekt einen substantiellen Beitrag zur ökologischen, digitalen und organisatorischen Transformation der Planungsbranche.